Verpflegung -

Zur Bedeutung der Essumgebung für Genuss und Wohlbefinden In schönem Ambiente speisen

Eine gesundheitsfördernde Verpflegung ist für die Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen sowie zur Prävention von Mangelernährung wichtig. Für Pflegeheimbewohner sind Mahlzeiten zudem oft Höhepunkte des Tages. Gründe genug, dem Essen und Trinken Aufmerksamkeit zu schenken.

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Dazu gehört das Angebot wohlschmeckender, bedarfs- und bedürfnisgerechter Speisen und Getränke. Doch gute Verpflegung endet nicht an der Küchentür: Genauso wichtig wie die Auswahl und Zubereitung der Mahlzeiten ist die Gestaltung der Umgebung. Diese sollte Vertrautheit und Wohlbefinden fördern, ein Gefühl von „Zuhause“ vermitteln und bei Beeinträchtigungen genussvolles Essen und Trinken erleichtern.

Speiseräume als „Wohlfühlorte“

So wie wir beim Restaurantbesuch einen liebevoll gedeckten Tisch, leise Hintergrundmusik und freundliches Personal schätzen, so sollte auch in Senioreneinrichtungen eine angenehme, bewohnerorientierte Essumgebung selbstverständlich sein. Dazu gehören neben der Gestaltung der Räume und Essplätze – auch im Zimmer oder Bett – ausreichend Zeit, freundlicher Service und bei Bedarf Unterstützung beim Essen und Trinken. Studien zum Einfluss der Essumgebung auf den Ernährungsstatus von Bewohnern konnten positive Effekte auf die Energie- und Nährstoffaufnahme sowie das Risiko für Mangelernährung nachweisen. Damit wird deutlich: Umgebungsgestaltung ist neben ernährungsbezogenen Maßnahmen eine wichtige Säule in der Prävention und Therapie von Mangelernährung.

Kleine Veränderungen, große Wirkung

Die Bedeutung einer angenehmen Ess­atmosphäre wird auch im DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen aufgegriffen. Darin sind Kriterien definiert, die Einrichtungen beim Schaffen einer förderlichen Essumgebung unterstützen. Sie betreffen u.a.:

Die Gestaltung des Speiseraums

  • Statt klinisch und steril sollte der Speiseraum einladend, hell und gut beleuchtet sein.
  • Seniorengerechtes, gemütliches und gut zu reinigendes Mobiliar ist vorhanden. Dazu gehören auch bequeme Stühle und Sitzgelegenheiten, die ein sicheres Aufstehen ermöglichen.
  • Der Speiseraum ist jahreszeitenspezifisch/anlassbezogen dekoriert.
  • Es herrscht eine ruhige Geräuschkulisse, Fernseher und Radio bleiben beim Essen aus.
  • Es besteht ausreichend Platz für Rollstühle und Gehwagen.
  • Der Bodenbelag ist rutschfest und gut zu reinigen. Das Raumklima ist angemessen.

Die Tischgestaltung

  • Der Essplatz ist vollständig gedeckt.
  • Ein ausreichender farblicher Kontrast zwischen Tisch, Tischset, Teller sowie Speisen und Getränken hilft beim Erkennen der Mahlzeiten.
  • Saisonale Tischdekoration fördert Gemütlichkeit. Bei Bewohnern mit Demenz sollte jedoch Überforderung durch zu viel/zu bunte Dekoration vermieden werden.
  • Hilfsmittel, die individuellen Anforderungen angepasst sind und beim selbstständigen Essen unterstützen, stehen zur Verfügung, wie z.B. Besteck mit Griffverdickungen.

Zudem spielen die Essenszeiten eine wichtige Rolle. Diese sind soweit möglich an die Gewohnheiten der Bewohner angepasst: So können Frühaufsteher im Idealfall schon früh morgens einen Kaffee trinken und auch Langschläfer in Ruhe frühstücken. Auch Spät- und Nachtmahlzeiten sollten bei Bedarf möglich sein. Grundsätzlich sollte allen Bewohnern ausreichend Zeit zum Essen zur Verfügung stehen.

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