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94. Gesundheitsministerkonferenz Impfzentren, Post-Covid und junge Menschen

Die Gesundheitsministerkonferenz hat bei ihrer Hauptkonferenz weitere wichtige Beschlüsse gefasst. Nun sollen verstärkt psychische Belastungen für Kinder und Jugendliche in den Fokus gerückt werden und der Nationale Aktionsplan "Post-Covid-Syndrom“ die Nachsorge und Reha verbessern.

Themenseite: Corona-Pandemie

2021 liegt der Vorsitz des Gesundheitsministerkonferenz (GMK) im Freistaat Bayern und damit in den Händen des neuen Bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek. Unter seiner Leitung standen am 16. Juni in München folgende Themen im Fokus:

  • die Eindämmung der Corona-Pandemie und
  • die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Kontext der Corona-Pandemie

"Die Konferenzen in diesen Tagen sind geprägt durch die Corona-Pandemie", eröffnete Holetschek die Pressekonferenz nach mehr als 50 Stunden Besprechungszeit und 115 Tagesordnungspunkten. Vor allem das Thema Impfung habe die Gesundheitsminister beschäftigt, ebenso die Impfzentren. Sie sollen weiterentwickelt werden und als "Impfzentren 2.0" u.a. durch mobile Teams flexibler und für gegebenenfalls erneut steigende Bedarfe punktuell abgerufen werden können.

Enquete-Kommission für Kinder und Jugendliche

Zur Kinder- und Jugendgesundheit in Pandemiezeiten sagte Holetschek: "Wir haben gesehen, dass Kinder und Jugendliche besonders betroffen waren, nun wollen wir uns besonders um diese Gruppe kümmern." Diese Aufgabe soll ressortübergreifend angegangen werden und konkrete Maßnahmen zur Folge haben. Die GMK bittet den Bundestag, eine Enquete-Kommission Kindergesundheit in Pandemiezeiten einzurichten, die sich mit den schädlichen Folgen der Corona-Pandemie für die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzt. Ziel sei es u.a., einen Bericht zu verfassen, in dem auch die Spät- und Langzeitfolgen der Corona-Schutzmaßnahmen sowie einer Covid-19-Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen wissenschaftlich analysiert werden. Aus dem Bericht sollen politische Maßnahmen abgeleitet werden, um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu fördern und die Corona-Folgen zu bekämpfen. "Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche jetzt Thema sind, sie haben viel durchmachen müssen", erklärte der anwesende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Umgang mit Langzeitfolgen auf der nationalen Agenda

Darüber hinaus hat die GMK u.a. einen Nationalen Aktionsplan "Post-Covid-Syndrom" beschlossen. Ziel ist, alle Bereiche der Gesundheitsversorgung und der Arbeitswelt für die Thematik zu sensibilisieren. Zum anderen sollen adäquate Behandlungs- und Selbsthilfestrukturen geschaffen werden. Holetschek erläuterte: "Mir ist der Kampf gegen die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung ein großes Anliegen. Experten schätzen, dass rund zehn Prozent der Infizierten unter Corona-Spätfolgen leiden. Bundesweit entspräche das mehr als 350.000 Menschen."

Weitere Beschlüsse der 94. Gesundheitsministerkonferenz betreffen Grundsatzfragen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, zur Impfung gegen Humane Papillomaviren und zur Sicherstellung der Plasmaversorgung.

Über die GMK

In der Regel findet die GMK ein Mal im Jahr statt und wird von der Amtschefkonferenz (ACK) vorbereitet, der die Staatssekretärinnen und Staatssekretäre sowie die Staatsrätinnen und Staatsräte für Gesundheit der Länder angehören. Das Bundesgesundheitsministerium ist Gast der ACK. Der Vorsitz der GMK wechselt jährlich, nach Bayern wird diesen 2022 Sachsen-Anhalt übernehmen.

Weitere Informationen unter www.gmkonline.de

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