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Grippeimpfung Impfbereitschaft des medizinischen Personals steigt

Dieses Jahr wollen sich 20 Prozent mehr Ärzte und Pflegekräfte gegen die Grippe impfen lassen als noch im Vorjahr. Das ergab eine aktuelle Befragung des Pharmaunternehmens Sanofi Pasteur. Doch noch immer unterschätzen viele die Risiken der Influenza.

Bei der diesjährigen Bevölkerungsbefragung zur Einstellung zur Grippeimpfung hat sich gezeigt, dass es Unterschiede in den befragten Gruppen gibt. So wollen sich 72 Prozent des medizinischen Personals dieses Jahr gegen Grippe impfen lassen. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts IPSOS im Auftrag des Pharmaunternehmens Sanofi Pasteur bestätigt auch, dass die Bereitschaft zur Grippeschutzimpfung in der Gesamtbevölkerung unverändert bei 44 Prozent liegt.

Medizinisches Personal (MP) ist der entscheidende Akteur für gute Grippeimpfquoten, darunter zählen neben Ärzten auch Assistenzberufe und Pflegepersonal zusammengefasst. In dieser Gruppe ist gegenüber der letztjährigen Befragung die Bereitschaft zur Grippeschutzimpfung um 20 Prozent gestiegen. Hauptgründe für die Grippeschutzimpfung sind der persönliche Schutz (43 Prozent), das Vermindern der grippebedingten Komplikationen (43 Prozent) sowie der Schutz von Familie und Umfeld gegen Grippe (37 Prozent). Nach wie vor ist die Impfbereitschaft in den östlichen Landesteilen höher als im Westen.

Risikogruppen zeigen höhere Bereitschaft zur Impfung

Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) definierten Risikogruppen zeigen bereits jetzt eine höhere Bereitschaft sich impfen zu lassen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Bisher empfiehlt die STIKO die Grippeschutzimpfung für alle Menschen über 60 Jahre, Menschen mit chronischen Erkrankungen (wie z.B. chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf, Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen), medizinisches Personal sowie Schwangere. So sind chronisch kranke Menschen mit 63 Prozent und über 60-Jährige mit 54 Prozent deutlich eher bereit sich impfen zu lassen als die Gesamtbevölkerung mit 44 Prozent.

Unterschätzte Influenza-Risiken

Jeder ist von Influenza bedroht, da sich die Krankheit leicht durch Husten, Niesen oder Sprechen ausbreitet. Jedes Jahr werden weltweit drei bis fünf Millionen Fälle von schwerer Influenza gemeldet. Abhängig von der Virulenz des Virus können mit Influenza assoziierte Todesfälle zwischen 290.000 und 650.000 Menschen betragen. Jüngste Studien zeigen jedoch, dass das volle Influenza-Risiko und seine schwerwiegenden Folgen weiterhin unterschätzt werden. Komplikationen der Grippe können tatsächlich schwere Atemwegserkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall bei Menschen jeden Alters und besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem sein. Unmittelbar nach einer Influenza-Infektion ist beispielsweise das Herzinfarktrisiko um das Sechsfache erhöht.

Impfung verringert Komplikationen bei Grippe

Die Gesundheitsbehörden – darunter die WHO und die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) – raten Risikogruppen, sich jährlich gegen Influenza impfen zu lassen. Neben der Vorbeugung von Influenza-Erkrankungen hat sich gezeigt, dass Impfungen das Risiko der schwersten und lebensbedrohlichsten Komplikationen der Grippe verringern. Beispielsweise liegen die Schätzungen zur Vorbeugung von Herzinfarkten durch Influenza-Impfungen zwischen 15 und 45 Prozent. Diese Wirksamkeit ist vergleichbar mit routinemäßigen Maßnahmen zur Vorbeugung von Herzinfarkten wie Raucherentwöhnung (32-43 Prozent), Statinen (19-30 Prozent) und Medikamenten gegen Bluthochdruck (17-25 Prozent).

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