Die Kolumne von Eckhard Eyer „Idealerweise …

… werden die Arbeitsbedingungen in der Pflege von der Ampelkoalition verbessert.“ Meint HCM-Kolumnist Eckhard Eyer in seiner aktuellen Kolumne zum neuen Koalitionsvertrag.

Dipl.-Ing. Eckhard Eyer, Perspektive Eyer Consulting in Ockenfels, Kontakt: info@eyer.de – © Eckhard Eyer

Wer den Koalitionsvertrag liest entdeckt dort gute, aber nicht wirklich neue Gedanken und Maßnahmen zu den Rahmen- und Arbeitsbedingungen in der Pflege. Genannt werden beispielsweise eine bessere Bezahlung durch

  • verbesserte einmalige Bezahlung der Pflegekräfte, Budget vom Bund einmalig eine Milliarde Euro,
  • steuerfreie Einmalzahlungen in Höhe von bis zu 3.000 Euro ,
  • das Schließen der Gehaltslücke zwischen Kranken- und Altenpflege und
  • Steuerbefreiung von Zuschlägen.

Ebenso genannt werden bessere Arbeitsbedingungen durch

  • kurzfristig eine verbindliche Personalbemessung im Krankenhaus,
  • der Ausbau des Personalbemessungsverfahrens in der stationären Lang-zeitpflege (Alten- und Pflegeheime),
  • die Abschaffung geteilter Dienste,
  • die Einführung von trägereigenen Springerpools und
  • die Einführung familienfreundlicher Arbeitszeiten für Menschen mit betreu-ungspflichtigen Kindern.

Es ist nicht so, dass diese Maßnahmen schlecht sind, im Gegenteil, sie sind sehr gut. Sie sind praktisch alle in der Branche bekannt und werden in einigen weitsichtigen Einrichtungen, die es finanzieren können, bereits angewandt. Letztendlich waren die Maßnahmen bisher in der Praxis aufgrund der fehlenden Pflegekräfte flächendeckend nicht umsetzbar.

Strategie gegen Pflegenotstand

Als Strategie zur Gewinnung von Mitarbeitenden für die Pflege wird die Vereinfachung und Beschleunigung der Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse von Pflegefachkräften gewählt. Zu dem Onboarding dieser Manschen und der Integration in die Teams vor Ort wird nichts gesagt.

Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die Digitalisierung in der Pflege wird u.a. zur Entlastung der Dokumentation beitragen, die gewonnene Zeit kann zur Förderung der sozialen Teilhabe der Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewohnern auch für therapeutische Anwendungen genutzt werden.

Die Botschaft hör ich wohl, allein es fehlt der Glaube

Signifikante Unterschiede und wirkliche Innovationen bezüglich der Arbeitsbedingungen in der Pflege sind in dem Koalitionsvertrag nicht zu erkennen. Es stellt sich einerseits die Frage, warum es jetzt besser funktionieren sollte als bisher. Andererseits: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Fazit: Idealerweise werden die Arbeitsbedingungen in der Pflege – so wie im Koalitionsvertrag beschrieben – verbessert.