Aktionsbündnis Patientensicherheit Hygienemaßnahmen in Kliniken weiter verstärken

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Patientensicherheit

Jedes Jahr infizieren sich etwa 400.000 bis 600.000 Patienten in deutschen Krankenhäusern an Keimen. Für viele endet das tödlich. Darauf weist das Aktionsbündnis Patientensicherheit hin und zieht anlässlich des 1. Internationalen Tags der Patientensicherheit Bilanz der seit acht Jahren laufenden „Aktion saubere Hände“.

Beim 1. Internationalen Tag der Patientensicherheit ist das Schwerpunktthema Hygiene und Vermeidung von Infektionen. – © Aktionsbündnis Patientensicherheit

7.500 bis 15.000 Patienten sterben laut dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) jährlich an Keimen, die sie sich im Krankenhaus zugezogen haben. Eine erschreckend hohe Zahl, die gerade heute, am 1. Internationalen Tag der Patientensicherheit, wichtiger ist denn je. Das APS hat diesen ins Leben gerufen, um die Öffentlichkeit aber auch die Branche für dieses Thema zu sensibilisieren.

„Aktion saubere Hände“ lässt Desinfektionsmittelverbrauch steigen

Eine entzündete Operationswunde oder eine Pneumonie können unerwünschte Folgen eines Krankenhausaufenthaltes sein. Besonders treffen diese Komplikationen alte und sehr junge Patienten oder chronisch Kranke. „Patienten sind auf die Sorgfalt Dritter bei der Durchführung der Krankenhaushygiene angewiesen“, sagt Prof. Dr. Hartmut Siebert, stellvertretender Vorsitzender des APS. Regelmäßige Händedesinfektion sei eine der wirksamsten und kostengünstigsten Maßnahmen, um das Übertragen von Keimen zu vermeiden. Die Bereitschaft dazu habe sich in den vergangenen Jahren verbessert, aber noch befolgten nicht alle Ärzte und Pflegekräfte diese Regel konsequent. Hier setze die „Aktion saubere Hände“ an, die 2008 vom Nationalen Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen zusammen mit dem APS ins Leben gerufen wurde. Inzwischen beteilige sich die Hälfte aller deutschen Krankenhäuser an der Kampagne, berichtet Dr. Petra Gastmeier vom Nationalen Referenzzentrum. Als zuverlässiges Instrument gelte der Verbrauch an Handdesinfektionsmitteln. Dieser sei seit 2008 um 81 Prozent gestiegen, so die Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. „Dies ist ein sehr positiver Trend, den es zu halten und weiter zu steigern gilt.“ Große Unterschiede gebe es allerdings zwischen Stationstypen, Berufsgruppen und Indikationen. Am besten sei die Compliance auf Kinder-Stationen, Ärzte lägen bei der Händedesinfektion im Schnitt hinter dem Pflegepersonal.

Das Personal muss die Zeit haben, auf Hygiene achten zu können

Entscheidend für weitere Verbesserungen ist der APS-Vorsitzenden Hedwig François-Kettner zufolge der Personalschlüssel in den Kliniken: „Wenn sich das Personal gehetzt fühlt, gehört die Händehygiene zu den ersten Maßnahmen, die nicht mehr gemacht werden“, sagt sie. Der Zusammenhang zwischen Personalschlüssel und Infektionsraten sei durch Studien belegt. Außerdem müssten Patienten und Angehörige besser informiert werden. Durch Hygienemaßnahmen könnten sie dazu beitragen, weniger Keime in die Kliniken hineinzutragen. Jeder stehe ferner in der Verantwortung, den zunehmenden Resistenzen von Antibiotika entgegenzuwirken, betont Siebert. Dazu gehöre, nicht bei jedem Schnupfen Antibiotika vom Arzt zu verlangen sowie das eigene Verhalten beim Fleischkonsum zu überdenken.

HCM-Aktion zum 1. Internationalen Tag der Patientensicherheit

Mit dem 1. Internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September will das APS auf die zahlreichen Initiativen in Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen hinweisen und sie in die Breite tagen.

Health&Care Management unterstützt das Aktionsbündnis Patientensicherheit und den 1. Internationalen Tag der Patientensicherheit mit einer Foto-Aktion auf Facebook. Krankenhäuser und Kliniken, die sich daran beteiligen, können Bild- und Informationsmaterial einsenden. Die originellsten Konzepte teilt das Fachmagazin auf seiner Facebook-Seite und widmet diesen eine Onlinemeldung auf der Website.