Personal&Führung -

Unternehmens- und Mitarbeiterführung HR und Rekruting in Zeiten von Corona

Trotz oder gerade wegen der Coronakrise sollten Themen wie HR, Unternehmenskultur und Rekruting weiterhin im Fokus der Geschäftsführer von Healthcare-Unternehmen sein. Andreas D. Huber gibt im Folgenden ein Schlaglicht auf die aktuellen Marktbeobachtungen seines Unternehmens im Bereich dieser Themenfelder.

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Positiv Leadership zahlt sich aus

Wir beobachten, dass Führungskräfte, die schon immer einen Fokus auf eine vertrauensbasierte und partizipierte Unternehmenskultur gelegt haben, in Krisenzeiten profitieren. Die Mitarbeiter folgen – auf Grundlage des in der Vergangenheit generierten Commitments – der Führungskraft auch in der aktuellen Krise und sind sogar zu Einschränkungen bereit. Mitarbeiter, deren Vergangenheit durch die Führungskraft weniger positiv geprägt wurde, weisen eine deutlich höhere Skepsis auf. Auch die Bereitschaft unternehmensbedingte Einschränkungen zu akzeptieren, fällt geringer aus. Leader, die in der Vergangenheit Vertrauen ausgestrahlt haben, bekommen dieses Vertrauen nun von ihren Mitarbeitern zurück.

Krise als Verstärker inhärenter Charaktereigenschaften

In Zeiten der Krise treten persönliche Neigungen zu Tage. Wir bemerken sowohl bei Kandidaten als auch bei Klienten, dass individuelle Charaktereigenschaften stärker zum Vorschein kommen. Risikofreudige Menschen treten auch in Zeiten der Krise als selbstbewusste Problemlöser in Erscheinung. Sie sehen die Krise als Chance und nutzen die sich auftuenden Möglichkeiten zielgerecht. Demgegenüber sind risikoaverse Menschen in dieser Situation besonders zurückhaltend und nahezu Entscheidungsscheu.

Krise als Chance für Employer Branding

Auch im Bereich des Employer Brandings wird die Krise von einigen Unternehmen als Chance genutzt: Social Media Posting aus dem Homeoffice. "Wir halten zusammen – Bilder", Spendenaktionen für benachbarte Kliniken etc. geben dem Unternehmen ein positives Image. Auch hier gilt: Tue Gutes und rede darüber.

Healthcare als „Insel der Glücksseligen“

Wir beobachten, dass im Vergleich zu anderen Branchen d ie Nachfrage nach exzellentem Personal nicht nachlässt. Im Gegenteil: Unternehmen, die sich mit Themen aus dem Bereich Digital Health beschäftigen, haben beispielsweise sogar eine erhöhte Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern. Dieser Sachverhalt sieht in anderen Branchen leider deutlich negativer aus. Unternehmen sollten nicht den Fehler machen, auf Grund der Krise eine größere Auswahl an exzellenten Kandidaten zu erwarten. Unser Tipp: Rekrutingmaßnahmen nicht reduzieren, eventuell sogar verstärken.

Ausblick

Wir sind davon überzeugt, dass das Gesundheitswesen von der Krise weitgehend verschont bleiben wird und in Teilbereichen sogar davon profitiert. Daher ermuntern wir Unternehmen und Kandidaten die Krise als Chance zu nutzen und antizyklisch zu denken. Dies bedeutet für Klienten sich jetzt Top-Kandidaten zu sichern und die Unternehmenskultur den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.

Somit sollten Optionen wie Homeoffice, virtuellen Teamworks über Videochats und digitale Techniken dauerhaft in den Arbeitsalltag implementiert werden, um ein höheres Commitment bei den Mitarbeitern zu erreichen. Für Kandidaten bedeutet dies, Chancen, die sich derzeit auftun, zu identifizieren und ggf. zu nutzen. Wichtig ist dabei die Offenheit für die veränderten Rahmenbedingungen: Unter anderem bedeutet dies stärkere Nutzung der digitalen Medien. Wer auf diesem Weg zeitliche Ressourcen schafft, kann diese Zeit z.B. für Fortbildungen nutzen und schafft sich so einen weiteren Vorteil.

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