Gesundheitsversorgung Hospital Engineering Trends 2022: Wie sieht das Krankenhaus von morgen aus?

Megatrends in Medizintechnik, Healing Architecture und Nachhaltigkeit im Krankenhausbau waren Themen beim siebten Kongress „Hospital Engineering Trends – Architecture meets Technolgy“ am 12. und 13. September 2022 in Neumarkt.

Die Veranstaltung „Hospital Engineering Trends 2022“ wurde von der HT-Group zusammen mit der OTH Amberg-Weiden organisiert. – © OTH Amberg-Weiden

Die Veranstaltung wurde von der HT-Group zusammen mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden organisiert.

Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 18 verschiedenen Ländern hörten Fachvorträge u.a. zu Themen wie

  • IT-Sicherheit,
  • Einsatz von 5G im Krankenhaus,
  • planerische Architektur sowie
  • Einfluss der Gestaltung auf Heilung und Nachhaltigkeit im Krankenhausbau.

Wohin geht die Reise beim Krankenhausbau?

Die Patientinnen und Patienten rücken stärker in den Mittelpunkt, die Digitalisierung hilft und unterstützt dabei.

„Es geht nicht nur um Hightech, sondern verstärkt um den Menschen und dessen Wohlbefinden“, sagt Prof. Dr. Clemens Bulitta, Präsident der OTH Amberg-Weiden. Prozesse im Gesundheitsbereich waren bisher der Kern in Krankenhäusern – von der Aufnahme über Diagnose, Behandlung und Nachversorgung. Diese seien nach wie vor wichtig, jedoch werde sich die Perspektive verändern. Kliniken werden künftig nicht nur noch Gebäude für diese Prozesse sein, sondern ein Ort, an dem sich die PatientInnen und Patienten (in manchen Kliniken heute schon „Gäste“ genannt) wohl fühlen sollen, um so auch einen positiven Einfluss auf die Gesundheit zu haben.

Gestaltung, Licht und Nachhaltigkeit im Krankenhausbau

Thomas Fritsch, Geschäftsführer der HT Group, präsentierte hierzu die Auswirkung eines sogenannten Lichtsegels direkt über dem Patientenbett. Durch Nachahmung der Tagesrhythmen werde die Genesung der Patientinnen und Patienten gefördert. Die Liegezeit konnte hierdurch bis zu 30 Prozent verkürzt werden. Neben dem Thema Gestaltung, Licht und Nachhaltigkeit in den Räumen und Prozessen spiele hierbei die grundlegende Architektur bereits eine große Rolle. Durch smarte Planung, die auf die Arbeitsabläufe im Klinikalltag abgestimmt ist, könne die Architektur bereits dazu beitragen, die Arbeitslast der Pflegekräfte sowie des medizinischen Personals zu verringern. Flexibel, schnell und v.a. nicht zu teuer – das seien die heutigen Anforderungen. Die Firma Max Bögl stellte hierzu als Vorzeigebeispiel die Modulbauweise vor. So konnte ein komplettes Corona-Labor binnen drei Monaten an der Technischen Universität München errichtet werden.

Besichtigung am Klinikum in Neumarkt

Neben den Vorträgen erhielten die Teilnehmenden auch die Möglichkeit, das Klinikum in Neumarkt und den dazugehörigen OP zu besichtigen. Am zweiten Tag der Veranstaltung wurde in Workshops einiges an Technik für die Kliniken der Zukunft live auf der Bühne präsentiert. Hierunter vielen

  • VR-Brillen,
  • Serviceroboter sowie
  • mobile Ultraschallgeräte.

In den kommenden Jahren sollen diese innovativen Ideen weiterhin verstärkt in Neumarkt Einzug halten und weitere Veranstaltungen zu dem Thema werden von der OTH Amberg Weiden sowie der HT Group gemeinsam organisiert.