Gebäude&Technik -

Aller-Weser-Klinik Hohlkörpertechnologie spart Kohlenstoffdioxid

Auf dem Gelände der Aller-Weser-Klinik gGmbH (AWK) in Verden laufen seit November 2019 Bauarbeiten für ein neues Bettenhaus. Der Einsatz von Hohlkörperelementen ermöglicht ein nachhaltiges Bauen, das nicht nur Kohlenstoffdioxid sondern auch Beton spart.

Topic channels: Nachhaltigkeit und Neubau & Sanierung

Auf einer Grundfläche von circa 10.500 m² entsteht seit November 2019 das neue Gebäude der Aller-Weser-Klinik GmbH (AWK) mit einer Gesamtnutzfläche von etwa 9.200 m². Das Investitionsvolumen für den Anbau, der mit dem Bestandgebäude verbunden wird, beträgt rund 38 Millionen Euro. Bis zur Fertigstellung im Jahr 2022 soll auf dem Krankenhausgelände ein modernes viergeschossiges Klinikgebäude entstehen, das Platz für 120 Patienten bietet und über vier OP-Säle verfügt. Da sich der Neubau direkt an das Bestandsgebäude anschließt, mussten im Vorfeld dessen Fundamente vor einem Abrutschen in die Baugrube gesichert und ein bestehendes Treppenhaus abgerissen werden. „Der Klinikbetrieb wird durch die laufenden Bauarbeiten nur wenig beeinträchtigt“, berichtet AWK-Verwaltungsdirektorin Daniela Aevermann. „Besonders wichtig war uns, dass unsere Patienten möglichst wenig gestört werden. Durch die Platzierung des Neubaus zur patientenzimmerabgewandten Seite unseres Hauses haben wir auch dieses Vorhaben sehr gut umsetzen können.“

Beton- und CO2-Einsparungen

Für den wirtschaftlichen Betrieb von Krankenhäusern ist ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept von hoher Bedeutung. Die neue VDI-Richtline 5800 Blatt 1 bietet einen Überblick zur Nachhaltigkeit des Klinikbetriebs über den gesamten Lebenszyklus hinweg, angefangen von Planung und Bau über Nutzung und Instandhaltung bis hin zu Rückbau und Entsorgung. Auch beim Neubau in Verden wurden bereits für die Bauphase mögliche Einsparpotenziale eruiert und nach Möglichkeiten zu deren Umsetzung gesucht. Zur Reduzierung der Betonmenge entschied man sich für die patentierte Holhkörpertechnologie (Heinze Cobiax). Dabei werden in statisch nicht relevanten Bereichen der Zwischendecken mit Baustahl fixierte Kunststoff-Hohlkörper eingebracht und einbetoniert. Beim Neubau in Verden werden durch den Einsatz von etwa 3.715 Modulen, bestehend aus bis zu 26.000 Einzelhohlkörpern des Typs SL-M-180-200, etwa 310 m³ Beton eingespart.

„Beim Projekt Aller-Weser-Klinik entfielen durch den Einsatz unserer Technologie und die dadurch verringerte Betonmenge etwa 39 Mischerfahrten“, berichtet Volkmar Wanninger, Geschäftsführer der Heinze Cobiax Deutschland GmbH. „Addiert man die Einsparungen aus Zementherstellung, Transfer- und Anlieferungsfahrten konnten wir in Verden den Ausstoß von etwa 66 Tonnen CO2 vermeiden.“ Abgesehen vom ökologischen Vorteil wirken sich die Cobiax-Elemente positiv auf das Gesamtgewicht des Gebäudes aus. Die so erzielte Verschlankung des Klinikbaus um 775 Tonnen wirkte sich bautechnisch vorteilhaft aus.

Schulung für Hohlkörpertechnologie-Neulinge

Da die beauftragte Baufirma bisher noch keine Erfahrung im Umgang mit Hohlkörpertechnologien gesammelt hatte, führte Cobiax vor Ort eine Schulung mit allen Bauarbeitern durch. „Die Cobiax-Elemente sind einfach zu handhaben und insbesondere nach der Einweisung auf der Baustelle, stellte uns ihre Anwendung vor keinerlei Probleme“, erklärt Markus Janßen, Bauleiter beim ausführenden Bauunternehmen Dipl.-Ing. Albert Holzkamm Bauunternehmung GmbH + Co. KG. „Die Schulung für das Handling und die Erläuterungen zum Verlegeplan verliefen ideal, so dass wir im Bauverlauf keine Schwierigkeiten mit dem Einbau hatten“.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Bettenhausneubau Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und somit etwas zum Klimaschutz beitragen können“, betont AWK-Geschäftsführerin Marianne Baehr. „Dass unsere Technologie auch bei diesem Projekt überzeugen konnte und einen veritablen Beitrag zur CO2-Einsparung leistet, ist für uns ein Ansporn, unsere Ziele weiter zu verfolgen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wollen wir durch den Einsatz unserer Produkte die CO2-Emission im Stahlbetonbau um insgesamt eine Million Tonnen reduzieren“, resümiert Wanninger.

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