bpa Hohe Energiepreise bringen Pflegeeinrichtungen in Bedrängnis

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) e.V. fordert von der Landesregierung und den Kostenträgern schnelle Kostenerstattung für stark gestiegene Energiepreise.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) e.V. fordert von der Landesregierung und den Verbänden Kostenerstattung für die hohen Energiepreise. – © Mongta Studio (stock.adobe.com)

Während Lebensmittel- und Energiepreise dramatisch steigen, weigern sich die Kostenträger in Sachsen, diese wesentlichen Mehrkosten zu refinanzieren. Diese Erfahrung macht seit Wochen Heiko Krumbholz, Betreiber der Pflegeeinrichtung Bella Senioren-Residenz in Groitzsch.

„Wir legen den Pflegekassen ganz konkret dar, wie massiv unsere Kosten für Lebensmittel und Energie gestiegen sind. Trotzdem bekommen wir keine angemessene Anhebung unserer Sachkosten, sondern die Kostenträger bieten uns nur einen Bruchteil davon an.“

Heiko Krumbholz

Der sächsische Landesvorsitzende des bpa e.V., Igor Ratzenberger, betonte, dass diese Einrichtung kein Einzelfall sei und viele Pflegeeinrichtungen in Sachsen erheblich unter Druck stehen. Wenn diese keine Refinanzierung der explodierenden Energiekosten und der gestiegenen Lebensmittelpreise erhalten, sei das auf Dauer existenzbedrohend. Insbesondere die Gaspreise würden sich als besonderer Kostentreiber erweisen. In einzelnen Fällen verzehnfachen sich diese. Im Durchschnitt habe sich der Gaspreis verdreifacht.

„Diese Entwicklung konnte niemand vorhersehen.“

Igor Ratzenberger

Forderung des bpa an die Politik

Der bpa fordert eine Direkterstattung der Energiemehrkosten, ähnlich dem Abrechnungsverfahren beim Pflege-Rettungsschirm in der Corona-Pandemie. Die Pflege- und Eingliederungshilfeeinrichtungen sollen höhere Abschläge ihrer Energieversorger direkt bei den Kostenträgern geltend machen können und diese Mehrkosten umgehend erstattet bekommen. Damit bleiben die derzeit unkalkulierbaren Schwankungen der Energiepreise bei den komplizierten und langfristigen Verhandlungen über die Refinanzierung allgemeiner Sachkosten außen vor und die Pflegebedürftigen sollen nicht zusätzlich belastet werden.