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Forschung Hochschule Coburg: Handprothese aus dem 3-D-Drucker

Coburger Studenten haben eine "einfachere" Variante zur Hightech-Prothese entwickelt. Diese könnte v.a. Menschen in Entwicklungsländern helfen. Das Projekt soll nach einem erfolgreichen Dauerbelastungstest bald die nächste Stufe erreichen: Die Kooperation mit Medizinern.

Themenseite: Medizintechnik

Im vergangenen Jahr hat der Coburger Maschinenbau-Student Robert Hirsch eine Handprothese im 3-D-Druckverfahren hergestellt. Die Prothese, die v.a. in Entwicklungsländern eingesetzt werden könnte, wurde nun einem Dauerbelastungstest unterzogen. Dieser zeigte welches Material sich besonders für die integrierten Seilzüge, mit denen die Finger bewegt werden, eignet. Dabei zeigte sich, dass sich Angelschnur gut eignen würde, besser als z.B. Nähgarn oder ein Edelstahl-Drahtseil. Die geflochtene Angelschnur aus Polyethylen ermöglicht bis zu 1,6 Mio. Bewegungszyklen und ist damit das einzige untersuchte Material, das die für kommerzielle Handprothesen geforderte Zyklenzahl von 500.000 einhält.

Handprothese aus dem 3-D-Drucker

Additive Fertigungsverfahren, häufig als 3-D-Druckverfahren bezeichnet, erlauben es in kurzer Zeit Bauteile mit komplexen Strukturen, mit innenliegenden Hohlräumen und mit individueller Gestaltung zu erstellen. Die ist auch mit kostengünstigen 3-D-Druckern möglich, die auf dem Fused-Layer-Modelling (FLM) Verfahren basieren. Darüber hinaus sind viele frei zugängliche Datensätze für das Drucken von Handprothesen online verfügbar, die sich für den Einsatz in der dritten Welt eignen. Zur Ansteuerung der Finger dieser Prothesen werden Seilzüge verwendet, die eine möglichst lange Lebensdauer aufweisen sollten und nun von der Hochschule Coburg näher untersucht wurden.

Hochschule will mit Medizinern zusammenarbeiten

Das Projekt wurde von Prof. Dr. Markus Stark aus der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik betreut. Im Rahmen von studentischen Projekten soll die Prothese nun weiterentwickelt werden. Zum Beispiel durch die Integration einer sensorbasierten Steuerung oder die Erarbeitung und Integration einer Rückkopplung. Stark hofft darüber hinaus: "Wir möchten diese Prothese zusammen mit Kollegen und Medizinern zur Anwendung bringen."

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