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Netzwerk „Wir zusammen“ Hilfe bei der Integration von Geflüchteten in die Pflegebranche

Der Fachkräftemangel in der Kranken- und Altenpflege wird sich in Zukunft weiter verschärfen. Eine Chance, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, bietet die Einstellung geflüchteter Menschen. Das Netzwerk „Wir zusammen“ weiß um das Potenzial, das diese Gruppe dem Standort Deutschland bietet und kennt die Fragestellungen, die Unternehmen rund um die Integration von Geflüchteten in ihren Betrieben haben.

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Rund 35.000 offene Stellen melden Krankenhäuser und Seniorenheime aktuell. Und diese alarmierende Situation wird sich noch weiter verschärfen: Experten gehen davon aus, dass in den nächsten 15 Jahren 100.000 bis 200.000 Pflegekräfte fehlen werden. Gleichzeitig sind zahlreiche Menschen auf der Flucht vor Krieg und Zerstörung nach Deutschland gekommen, um hier persönlich und beruflich den Neustart zu wagen. Viele Unternehmen engagieren sich bereits für ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt und gewinnen so motivierte neue Mitarbeiter. Mehr als 230 von ihnen haben sich im Netzwerk „Wir zusammen“ zusammengeschlossen.

Erfahrungen teilen und daraus lernen

Eines dieser Unternehmen ist die Kath. St.-Johannes-Gesellschaft Dortmund. Sie beschäftigt aktuell 17 Geflüchtete als angehende oder ausgebildete Pflegekräfte. „Der Einsatz von Geflüchteten kann einer von vielen Bausteinen zur Gewinnung von Pflegepersonal sein“, sagt Gabriele Koch, Pflegedirektorin der Kath. St.-Johannes-Gesellschaft. „Wir versuchen, den Geflüchteten hier bei uns einen guten Einstieg in einen Pflegeberuf zu ermöglich und eine realistische Perspektive zu geben.“

Für die Integration von geflüchteten Mitarbeitern hat die Dortmunder Einrichtung ein abgestuftes Integrationskonzept entwickelt, das je nach Vorqualifizierungen vom Schnupperpraktikum über die Ausbildung bis zur Festanstellung als Fachkraft reicht. Begleitend bietet sie eigene Sprachkurse in zwei Schwierigkeitsstufen an. Denn häufig reichen die Deutschkenntnisse der neuen Kollegen auch bei bereits vorher absolvierten Kursen für ihre Aufgaben nicht aus. Eine weitere Hürde ist zudem, dass die formelle Anerkennung von Schulabschlüssen aus dem Herkunftsland zu viel Zeit in Anspruch nimmt. „Die Erfahrung zeigt uns, dass eine nachhaltige, langfristig erfolgreiche Integration mehrere Jahre dauert und einen hohen Betreuungsaufwand erfordert“, berichtet Koch.

Dass sich diese Bemühungen lohnen, bestätigen viele Beispiele aus dem „Wir zusammen“ Netzwerk. „Das positive Feedback unserer Unternehmen zeigt immer wieder, wie die deutsche Wirtschaft von den Zuwanderern profitieren kann“, berichtet Marlies Peine. „Viele Geflüchtete sind hochmotiviert bei der Sache. Sie bringen ihre Kultur und eigene Ideen in ihre neue Aufgabe mit ein und bereichern so das Arbeitsklima.“

So arbeitet das Netzwerk und so können Sie davon profitieren

2016 gegründet, verfügt das Netzwerk heute über einen großen Erfahrungsschatz zur Integration von Geflüchteten. Der Zusammenschluss kennt die richtigen Ansprechpartner aus Politik, Behörden, Hilfsorganisationen und Institutionen und kann seine Mitglieder so umfassend unterstützen. Ein Vorteil auch für Unternehmen der Pflegewirtschaft, die bei der Einstellung von Geflüchteten etwa Fragen zur Feststellung von Vorqualifizierungen oder zu öffentlichen Förderprogrammen haben, auf die die Pflegewirtschaft zurückgreifen kann. „Um dem fortschreitenden Fachkräftemangel in der Pflegebranche entgegenzuwirken, müssen alle sich bietenden Ressourcen ausgeschöpft werden“, sagt Marlies Peine. „Kranken- und Pflegeeinrichtungen, die Geflüchtete qualifizieren und einstellen, nutzen eine gewinnbringende Option ihre Belegschaften mit engagierten Mitarbeitern aufzustocken.“

Weitere Infos zum Netzwerk „Wir zusammen“ finden Sie hier. (www.wir-zusammen.de)

Zehn gute Gründe, sich „Wir zusammen“ anzuschließen:

  1. Enge Vernetzung: „Wir zusammen“ fördert den offenen Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit im Netzwerk auf lokaler und überregionaler Ebene.
  2. Profundes Know-how: „Wir zusammen“ besitzt mehrjährige Erfahrung in der Flüchtlingsintegration und arbeiten mit relevanten Experten auf Augenhöhe zusammen, um Lösungsansätze zu schaffen.
  3. Starke Mitstreiter: Das Netzwerk wächst stetig. Zu den Unternehmen aller Größen und Branchen gehören auch zahlreiche DAX-Konzerne.
  4. Konkrete Hilfestellung: „Wir zusammen“ ist Sparringspartner für bereits angeschlossene und neue Unternehmen und hilft beim Aufsetzen und Weiterentwickeln von Projekten.
  5. Übertragbare Programme: Projekte, die von Unternehmen bereits erfolgreich realisiert wurden, können von neuen Teilnehmern mit einfachen Mitteln adaptiert werden.
  6. Gewinnbringende Kontakte: Das Netzwerk steht in intensivem Kontakt zu relevanten Partnern aus Politik, Behörden und Institutionen, um die Integration in Arbeit und in die Gesellschaft voranzutreiben.
  7. Das Thema aktiv platzieren: „Wir zusammen“ sucht aktiv öffentliche Plattformen, um auf Chancen und Hürden der Integration aufmerksam zu machen.
  8. Neue Plattformen: „Wir zusammen“ entwickelt und unterstützt diverse Formate wie Veranstaltungen oder Informationsmaterialien, um das Thema Flüchtlingsintegration immer wieder auf die Agenda zu setzen.
  9. Interne Strahlkraft: Sich bei „Wir zusammen“ zu engagieren, hat positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima im Unternehmen.
  10. Große Aufmerksamkeit: Das Netzwerk „Wir zusammen“ rückt das Thema Integration immer wieder in den Mittelpunkt. Dafür werden zahlreiche Marketingmaßnahmen auf verschiedenen Kanälen genutzt, bei denen die angeschlossenen Unternehmen Teil der Kommunikation sind.
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