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Studie aus Frankreich Hier lauert in Kliniken das Corona-Virus

Dass sich Corona-Viren durch die Luft verbreiten, ist keine neue Information. Eine Studie aus Frankreich zeigt jetzt genauer auf, wo die Luft in Kliniken belastet ist.

In deutschen Krankenhäusern steigt die Belastung wegen der zunehmenden Zahl der Covid-19-Patienten. Zum Arbeitsdruck kommt für das medizinische Personal die Sorge, sich selbst zu infizieren. Diese Angst hält auch Patienten mit anderen Erkrankungen von einem Klinikbesuch ab. Französische Wissenschaftler berichten nun im Fachblatt Jama Network Open, dass Luftproben etwa von Intensivstationen, Fluren und Toiletten kontaminiert sein können.

Das Team um Gabriel Birgand, Pharmakologe an der Universitätsklinik Nantes, wertete für die Metaanalyse 24 Studien aus, von denen vier nicht publiziert waren. Eine Arbeit aus Großbritannien und eine aus Italien sind die einzigen Untersuchungen aus Europa. Zehn Studien stammen aus China. Die jeweiligen Teams hatten im Mittel 24 Proben aus der Luft unterschiedlicher Krankenhausareale genommen und mit PCR-Verfahren auf die Viruslast analysiert. In jenen Arealen, die von Patienten frequentiert werden, fiel jede sechste Probe positiv aus.

Klinikflure hoch belastet

Auf Intensivstationen waren demnach über 25 Prozent der Proben kontaminiert, im Vergleich zu knapp 11 Prozent auf anderen Stationen. Der höchste Prozentsatz positiver Proben stammte von öffentlich zugänglichen Fluren (56 Prozent) – dort waren jedoch insgesamt nur 16 Stichproben genommen worden. Generell fiel jeder dritte Test (33,3 Prozent) aus öffentlichen Klinikbereichen positiv aus.

Als weitere Risikoorte entpuppten sich Toiletten und Badezimmer mit einer Positivrate von knapp 24 Prozent. Die Autoren der Studie vermuten, dass es einen Zusammenhang mit der geringen Größe der Räume gibt und damit, dass sie in den meidten Fällen schlecht belüftet sind. Studien hatten vorher ergeben, dass der Stuhl von Covid-19-Patienten Sars-CoV-2-Spuren enthalten und das Spülen einer Toilette Viren-belastete Aerosol-Wolken aufwirbeln kann. (Siehe dazu HCM-Beitrag "Die Toilette im Fokus" in Heft 12/2020)

In den Personalräumen fielen gut zwölf Prozent der Proben positiv aus, in Besprechungszimmern gut 19 Prozent. Das passe zu einer möglichen Übertragung von Sars-CoV-2 unter den Mitarbeitern während der Pausen, schreiben die Autoren: Während dieser Zeit würden häufig die Schutzmasken in den oft kleinen Räumen abgenommen.

Studien wenig vergleichbar

Die Autoren der Metaanalyse räumen ein, dass der direkte Vergleich der Studien problematisch sei, weil die verschiedenen Teams nach unterschiedlichen Methoden vorgegangen waren. Zudem betonen sie, dass zumeist unklar sei, ob die Virenreste in den positiven Proben infektiös waren oder nicht. Viruskulturen wurden nur in fünf Studien angelegt, eine Kultivierung gelang nur in 7 von insgesamt 81 Versuchen (8,6 Prozent). Hier seien weitere Untersuchungen nötig. Die Studie aus Frankreich habe aber gezeigt, dass die hohen Viruslasten in Toiletten, Badezimmern, Personalbereichen und Fluren, starke Beachtung finden sollten, wenn es um die Prävention einer Covid-19-Übertragung geht.

Mit einem Klick hierauf gelangen Sie zur Studie "Assessment of Air Contamination by SARS-CoV-2 in Hospital Settings".

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