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Zweitmeinung Herzmediziner unterstützen IQWiG-Empfehlungen

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßmedizin (DGTHG) begrüßt die Vorschläge des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), wonach insgesamt acht herzmedizinische Untersuchungen und Eingriffe für eine Aufnahme in die Zweitmeinungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses infrage kommen.

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Die bestmögliche, individuelle Patientenversorgung genieße absolute Priorität, heißt es in einer Mitteilung der Fachgesellschaft, die zudem erläutert: "Gesundheitssysteme sollten so funktionieren, dass nicht indizierte Eingriffe aus der Versorgung gänzlich eliminiert werden, während evidenzbasierte Therapien aufrechterhalten beziehungsweise auf wissenschaftlicher Grundlage weiterentwickelt werden sollten."

Das IQWiG hatte im Februar in einem Rapid Report u.a. die Indikationen Herzkatheteruntersuchung/Koronarangiografie, Implantation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren sowie Herzklappenersatz als "besonders geeignet" für das Zweitmeinungsverfahren nach § 27b SGB V ausgemacht. Grund dafür sind die Eingriffshäufigkeit und Mengendynamik, die auf eine Indikationsausweitung in den vergangenen Jahren schließen lassen. Mithilfe der Zweitmeinung sollen unnötige Eingriffe verhindert werden. Prof. Andreas Böning, Präsident der DGTHG, stimmt der Sichtweise des IQWiG zu und betont: "Das Einholen einer Zweitmeinung mit dem ,Mehr-Augen-Prinzip‘ dient auch besonders der Patientensicherheit." Des Weiteren plädiert der Herzchirurg dafür, die Patientenseite in Zukunft stärker in die Entscheidungsfindung einzubeziehen: "Für unser Fachgebiet gilt es, das interdisziplinäre Herzteam konsequenter umzusetzen und gemeinsam mit den Patienten die Behandlungsoptionen abzuwägen sowie im Konsens die patientenindividuelle Therapie festzulegen." Die Mitsprache der Patienten sei unverzichtbar und trage wesentlich zum Erfolg einer Behandlung bei, so Böning.

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