Klinik -

Herzkatheterbehandlungen: KGNW kritisiert AOK-Vergleichsportal

Die bereits vorhandenen Auswertungen zu Hüftersatz-, Knieersatz- und Gallenblasenoperationen wurden von der Krankenkasse um Daten zu therapeutischen Herzkathetern bei Patienten ohne Herzinfarkt ergänzt.

"Wir sprechen uns klar für einen Qualitätswettbewerb aus und stellen uns den Vergleichsportalen im Internet“, erklärt Geschäftsführer Matthias Blum. Aber dies müsse "von unabhängiger Seite auf methodisch sauberer Grundlage und mit transparenten und fairen Spielregeln" stattfinden. Es sei gesetzlich geregelt (§ 137 Absatz 3 Satz 4 SGB V), dass Krankenhäuser auf Grundlage ihrer Qualitätsberichte verglichen werden dürften. Der AOK-Krankenhausnavigator verwende aber darüber hinaus zunehmend Daten, die bislang nicht vom dafür zuständigen Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt worden seien. Es würden Kennzahlen aus Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten bestimmt und als Indikatoren für Qualität veröffentlicht.

"Vergleichsportale, die Patienten bei der Wahl ihres Krankenhauses beraten wollen, müssen unseres Erachtens hohen Ansprüchen für die Bewertungskriterien genügen. Die Vergleiche müssen auf validen medizinischen Indikatoren beruhen", fordert der KGNW-Geschäftsführer. "Die Verantwortlichen in den Kliniken brauchen ein zeitnahes und umfassendes Feedback, um im Rahmen des Qualitätsmanagements Auffälligkeiten ihres Hauses zu analysieren und erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung einleiten zu können." Bei den QSR-Daten der AOK sei dies alles nicht gegeben. "Wir suchen weiter den Dialog mit der AOK, müssen uns jedoch vorbehalten, unseren Mitgliedshäusern zu empfehlen, rechtliche Schritte einzuleiten, wenn ihnen durch die Veröffentlichung der QSR-Daten und sogenannter ‚Gewinner- und Verlierer-Listen‘ Nachteile aufgrund von Falschbeurteilungen entstehen," sagt Blum.

© hcm-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen