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Hebammen akzeptieren den Ausgleich der Haftpflichtprämie jetzt doch

Seit Juli müssen die freiberuflichen Hebammen für ihre Haftpflichtprämien deutlich tiefer in die Tasche greifen. Trotzdem hat der Deutsche Hebammenverband einen Ausgleich der Haftpflichtprämie bisher abgelehnt. Jetzt folgt die Kehrtwende. Doch die Diskussion geht weiter.

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Ende Mai scheiterte eine Einigung zwischen dem GKV-Spitzenverband und dem Deutschen Hebammenverband (DHV) über einen finanziellen Ausgleich für die steigenden Haftpflichtprämien der Hebammen. Jetzt lenkt der Verband ein und akzeptiert das aktuelle Angebot des GKV-Spitzenverbandes doch. Nach eingehender Prüfung habe man keine Alternative gesehen, heißt es vonseiten des DHV.

Zum 1. Juli 2014 sind die Haftpflichtprämien für freiberufliche tätige Hebammen deutlich gestiegen. Sie zahlen nun 5.091 Euro pro Jahr an Versicherungsprämie. Das entspricht einer Steigerung von 20 Prozent.

Schneller Ausgleich für Hebammen

Die finanzielle Lage vieler freiberuflich tätiger Hebammen ist deshalb angespannt. Der DHV sah sich aus diesem Grund dazu gezwungen, das mittlerweile modifizierte Angebot des GKV-Spitzenverbandes anzunehmen und damit für einen schnellen Ausgleich für die gestiegenen Versicherungsprämien zu sorgen.

Das modifizierte Angebot des GKV-Spitzenverbandes enthält laut DHV eine nach oben korrigierte Vergütung für Beleghebammen im Schichtdienst. Außerdem sei die gesamte Vergütung um einen Zuschlag ergänzt worden. Dieser Zuschlag ergibt sich aus der ab Juli dieses Jahres geltenden gesetzlichen Neuregelung des SGB V und wird im Juli 2015 von einem noch zu verhandelnden sogenannten Sicherstellungszuschlag abgelöst. Beide Maßnahmen sollen dazu beitragen, die flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe bei der Geburt zu sichern.

DHV fordert weiterhin strukturelle Lösung

Trotzdem fordert der DHV weiterhin eine strukturelle Lösung der Haftpflichtproblematik. "Die Zuschläge helfen nur kurzfristig. Wir brauchen aber eine Lösung, um die Versorgung mit Hebammenhilfe auch langfristig zu sichern und Frauen die im Sozialgesetzbuch garantierte Wahlfreiheit des Geburtsortes zu ermöglichen", sagt DHV-Präsidentin Martina Klenk.

Kein Schiedsstellenverfahren

Mit der Annahme des Ausgleichs der Haftpflichtprämie kündigte der Verband zudem an, auf das geplante Schiedsstellenverfahren zu verzichten. Denn das Verfahren würde nach Einschätzung des DHV die Ausgleichzahlungen für die Hebammen um mehrere Monate verzögern und deren finanzielle Belastung damit weiter verschärfen. Im Moment tragen die Hebammen die Kosten der um 20 Prozent gestiegenen Haftpflichtprämie alleine. Der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) hat das Angebot des GKV-Spitzenverbandes bereits in der letzten Woche angenommen.

Die Vereinbarung gilt rückwirkend zum 1. Juli 2014

Nach wie vor profitieren nicht alle geburtshilflich tätigen Hebammen gleichermaßen von dem Kostenausgleich durch die Kassen. Einen geringeren Ausgleich erhalten etwa Beleghebammen, die im Schichtdienst arbeiten. Der Abschluss mit dem GKV-Spitzenverband gilt nun rückwirkend ab Juli 2014 für ein Jahr.

Im Juli 2015 soll die nun getroffene Einigung dann vom Sicherstellungszuschlag abgelöst, der allen freiberuflich in der Geburtshilfe tätigen Hebammen zugutekommen soll. Trotz dieser Regelung sieht der DHV die Schwangeren- und Wochenbettversorgung weiterhin ungesichert.

 "Wir wollen bei den kommenden Verhandlungen zum Sicherstellungszuschlag deutliche Verbesserungen bei der Vergütung aller Hebammengruppen erreichen", sagt Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied des DHV. Sie kündigte an, dass sich der Verband für dieses Anliegen weiterhin stark machen wolle.

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