Digital Health Lexikon -

Healthcare Content Management (HCM)

Healthcare Content Management beschreibt ein Konzept zur digitalen und zentralisierten Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Archivierung und Bereitstellung medizinischer Daten. Ziel ist eine Konsolidierung medizinischer Informationen innerhalb der IT-Landschaft einer Gesundheitseinrichtung zur Optimierung klinischer Prozesse.

1. Synonyme:

Keine.

2. Kurzhistorie:

Das Konzept des Healthcare Content Managements basiert auf einer Weiterentwicklung des Enterprise Content Management Ansatzes aus der Industrie. Die zunehmende Anzahl digital verfügbarer Informationen in der Medizin machte ein Umdenken in der bis dato dezentralen Datenhaltung erforderlich: Damit die Digitalisierung zu echten Mehrwerte in der Patientenversorgung und zu mehr Effizienz führt, müssen medizinische Informationen zentral verfügbar sein und in einen gemeinsamen Kontext gesetzt werden können.

3. Ziel:

Aktuell gestaltet sich die Datensituation in Gesundheitseinrichtungen so: Radiologische Daten befinden sich im PACS, Endoskopiefilme im Subsystem des Endoskopanbieters und die Wunddokumentation in einem eigenen Bildarchiv. Für den Arzt bedeutet das, dass er diverse IT-Systeme konsultieren muss, um sich einen umfassenden Überblick über einen Patienten oder einen Fall zu verschaffen. Das kostet Zeit und birgt die Gefahr, Informationen zu übersehen. Ziel des HCM ist es, diese Brüche im Behandlungsprozess zu überwinden, indem alle medizinische Daten in ein System (Healthcare Content Managementsystem) übertragen werden – unabhängig vom Quellsystem und dem Ursprungsformat. Über einen Multi-Format-Viewer hat der Anwender (parallelen) Zugriff auf alle patienten- und/oder fallbezogenen Informationen.

4. Wesentliche Merkmale:

Ein wesentliches Merkmal eines HCM-Konzeptes ist, dass digitale Daten intelligent und nachhaltig gehalten werden. Intelligent heißt: Die Datenhaltung erbringt einen Mehrwert für Anwender und Patienten (z.B. Vermeidung von Fehlentscheidung oder Doppeluntersuchungen). Nachhaltig meint, dass die digitalen Daten so vorliegen, dass sie dauerhaft und übergreifend geführt werden können.

Die Kriterien für ein HCM-System, also der technologischen Entsprechung des HCM, lauten: Das System muss in der Lage sein, Daten in Formate umzuwandeln, die weitläufig und langfristig anerkannt sind. Im Gesundheitswesen eignen sich hierfür folgende Standards:

  • PDF/A (Portable Document Format),
  • FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) oder

Ein weiteres Kriterium für ein HCM-System: Es setzt Daten in einen fachspezifischen Kontext und optimiert sie für das medizinische Umfeld. Dadurch unterscheidet sich ein HCM-System von generischen Systemen, die Daten ungeachtet des Anwendungskontexts aufnehmen.

5. Wesentliche Einsatzgebiete:

Das HCM und das HCM-System eigenen sich

  • zur digitalen und zentralisierten Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Archivierung und Bereitstellung medizinischer Daten;
  • für die Umstellung von analoger zu digitaler Datenhaltung und der Etablierung eines papierlosen Krankenhauses und digitaler Akten;
  • für die institutionsübergreifende Kommunikation mit Zuweisern, den MDKs oder anderen Einrichtungen;
  • zur Erfüllung regulatorischer Vorgaben, z.B. in der Archivierung.

6. Unterscheidung von ähnlichen Begriffen:

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DHL_Christian Wolf

Autor:

Christian Wolf

Sales Manager Healthcare Content Management , VISUS Health GmbH

wolf@visus.com 

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