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Delir-Prävention Healing Environment für Intensiv- und Patientenzimmer

Verbesserungen in der Gestaltung und Ausstattung von Intensivstationen und anderer Patientenzimmer führen zu einer signifikanten Verkürzung der Aufenthalte und fördern den Heilungsprozess schwerstkranker Patienten nicht-medikamentös. Ein FKT-Online-Seminar am 20. Mai 2021 erörtert Möglichkeiten der gestalterischen und technischen Delir-Prävention.

Themenseite: FKT

Die Strategie zur Vorbeugung, Minimierung oder Behandlung von Delirium besteht im Wesentlichen darin, die innere Uhr des Patienten neu auszurichten, den Schlaf zu verbessern und die Mobilisierung des kritisch kranken Patienten so früh wie möglich zu beginnen. Für die Neuorientierung und Schlafverbesserung des Patienten ist eine Kalibrierung des circadianen Rhythmus wichtig. Der effektivste Weg, die innere Uhr des Patienten zu stimulieren und zu re-synchronisieren, ist die Installation einer großen, blendfrei beleuchteten Fläche in der Decke, die den circadianen Tag-Nacht-Rhythmus nicht nur mit unterschiedlichen Lichttemperaturen nachbildet, sondern auch höhere Lichtintensitäten emittieren kann. Die Fortschritte in der LED-Beleuchtung machen es möglich, solche sogenannten "Healing-Light"-Deckensegel auch in bestehende Intensivbereiche nachzurüsten. Bestimmte Lichttemperaturen lösen die Ausschüttung von Melatonin aus und verbessern zudem die Schlafqualität.

Stille Intensivstation

Letztere wird auch durch die Minimierung von Störungen verbessert. Das Konzept einer "stillen Intensivstation" lässt sich durch die Umleitung von Alarmen auf eine außen liegende Schwesternstation sowie durch Schalldämmung und das Verstecken von medizinischen Geräten innerhalb der Intensivstation realisieren. Schließlich kann der Bedarf an Frühmobilisierung durch spezielle Krankenhausbetten, die bis zu einem senkrechten Winkel geneigt werden können, und durch an der Decke montierte Patientenlifter unterstützt werden.

Der Einsatz von Licht sowie natürlichen, wohnlichen, aber hygienischen Oberflächen macht die Intensivstation für Patienten zu einem Umfeld, in dem sie bestmöglich genesen. All diese Konzepte können auch in reguläre Patientenzimmer integriert werden. Dass die oben genannten Maßnahmen zur Delirprävention zu geringeren Kosten für Medikamente, insbesondere Beruhigungs- und Schmerzmitteln führen und den kritischen Intensivaufenthalt im Krankenhaus verkürzen, ist heute wissenschaftlich gut belegbar. Innovative Intensivstationen sollten deshalb zum Standard in der Krankenhausplanung werden. Bauliche und architektonische Lösungen auf der Intensivstation schaffen ein nachhaltiges Umfeld und fördern das Wohlbefinden der kritisch kranken Patienten, während sich die zusätzlichen Investitionen für diese verbesserten Intensivstationen sowohl für das Krankenhaus als auch für die Gesellschaft auszahlen.

Delirium auf der Intensivstation

Delirium ist definiert als eine Störung des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit eines Menschen und kann zu Veränderungen der Wahrnehmung führen, die das Gedächtnis, die Orientierung und die Sprachfähigkeit langfristig beeinträchtigen. Mindestens ein Drittel aller Intensivpatienten entwickelt ein Delirium. Ein Delirium wirkt sich prognostisch ungünstig aus und verlängert Krankenhausaufenthalte und Genesungszeiten. Es verbleiben teilweise kognitive Beeinträchtigungen. Die ökonomischen Auswirkungen auf Krankenhäuser und die Gesellschaft sind nicht zu unterschätzen: In den USA ist das Delirium nach kardiovaskulären Erkrankungen die kostenträchtigste Krankheit mit geschätzten jährlichen Kosten von 145 Milliarden Dollar.

Zum FKT-Online-Seminar

Im FKT-Online-Seminar am 20. Mai 2021 erörtern die Teilnehmenden gemeinsam mit dem Referenten Dr. Björn M. Werner, Division Management, Health
HT Health Tec GmbH, die Möglichkeiten der gestalterischen und technischen Delir-Prävention. Über diesen Link gelangen Sie zur kostenlosen zur Anmeldung: https://www.fkt.de/veranstaltungen/

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