Hygiene kompakt -

BDH-Klinik Greifswald Handdesinfektion vergessen: Dieses Gerät warnt Mitarbeiter

Wer in der BDH-Klinik Greifswald Hände desinfizieren vergisst, wird nun von einem speziellen Tragegerät gewarnt. Diese sind durch einen Sensor mit den Desinfektionsmittelspendern verbunden. In Zusammenarbeit mit GWA Hygiene startete das Projekt und wird vom Forschungsministerium gefördert.

Themenseite: Hygiene kompakt

Die Wichtigkeit der Händedesinfektion ist in letzter Zeit besonders ins Bewusstsein gerückt. In einer Publikation von 2006 stellte Prof. Axel Kramer, geschäftsführender Direktor des Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald, bereits fest, dass bis zu 90 Prozent der Keime über die Hände übertragen werden.

Nun ist ein neues Projekt mit einem interaktiven Feedbacksystem zur Händedesinfektion in der BDH-Klinik Greifswald gestartet. Der Ärztliche Direktor Dr. Torsten Stein begrüßt dieses Pilotprojekt in seiner Einrichtung: “Die Desinfektion der Hände muss ein stetiger Begleiter im Arbeitsalltag sein. Daher freuen wir uns, dass wir Pionier für den Einsatz dieser neuen Technologie sind. Die Mitarbeiter sollen damit bei ihrer Händehygiene kontinuierlich unterstützt werden.”  

Tragegerät erinnert an Handesinfektion

Entwickelt hat dieses System die Stralsunder Firma GWA Hygiene. Desinfektionsmittelspender werden dabei mit einem Sensor ausgestattet. Dadurch lässt sich die Nutzung der Spender automatisiert erfassen. Zusätzlich erhält das Stationspersonal ein Tragegerät. Begibt sich ein Arzt oder Pfleger in die Nähe eines Patientenbetts und hat sich vorher nicht die Hände desinfiziert, erhält dieser eine Benachrichtung über das Tragegerät. Geschäftsführer Tobias Gebhardt erläutert die Motivation hinter dieser Produktentwicklung: “Das Krankenhauspersonal hat meist einen sehr dynamischen Arbeitsalltag. Da kann vereinzelt die Händedesinfektion vergessen werden. Bei der Vorbeugung möchten wir unterstützen. Unser System soll der digitale Assistent für die Hygiene sein.”

Infektionen verhindern mit smarter Technologie

Die Arbeit der Hygiene-Verantwortlichen ist häufig noch durch zeit- und ressourcenintensive Tätigkeiten geprägt. Ausgebildetes Fachpersonal in der Hygiene ist aber nicht nur in der aktuellen Situation gefragt. So ist beispielsweise der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin der meistgefragteste Facharzt in Deutschland. Es ist daher davon auszugehen, dass die zukünftige Arbeit in der Hygiene und Infektionsprävention auf technische Unterstützung angewiesen ist. Das Projekt in der BDH-Klinik Greifswald kann dafür ein Meilenstein sein.

Forschungsministerium fördert Projekt

Kramer begleitet dieses Vorhaben aus wissenschaftlicher Sicht. “Konventionelle Maßnahmen zu Steigerung der Händehygiene-Compliance lassen häufig die Nachhaltigkeit vermissen. Von diesem neuartigen Ansatz erhoffen wir uns neue Erkenntnisse sowie einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Patienten- und Mitarbeitersicherheit.” Gefördert wird dieses Projekt mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

© hcm-magazin.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen