Universitätsklinikum Bonn (UKB) Grundstein für das neue Herzzentrum gelegt

Der Neubau des Herzzentrums am UKB gehört zu den drei größten Baustellen der Bundesstadt Bonn. Ab 2024 sollen hier die Bereiche Kardiologie und Herzchirurgie räumlich zusammengeführt werden.

Von links: Dr. Joachim Stamp, Stellvertretender Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und NRW-Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Prof. Georg Nickenig, Direktor der Medizinischen Klinik II (mit den Schwerpunkten Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin), Prof. Farhad Bakhtiary, Direktor der Klinik für Herzchirurgie und Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am UKB, bei der feierlichen Veranstaltung zur Grundsteinlegung des neuen Herzzentrums am UKB. – © Universitätsklinikum Bonn (UKB)/R. Müller
  • 140 Millionen Euro Baukosten,
  • 31.000 Quadratmeter Grundfläche und
  • mehr als 1.000 Räume –

diese Zahlen machen den Neubau des Herzzentrums am Universitätsklinikum Bonn (UKB) zu einer der drei größten Baustellen der Bundesstadt Bonn. Bereits 2024 soll das neue Gebäude auf dem Venusberg fertig sein und die beiden Fachbereiche Kardiologie und Herzchirurgie zu einem interdisziplinären Zentrum vereinen. „So werden die Voraussetzungen geschaffen, dass die national und international sehr renommierte Herzmedizin am UKB in einem der weltweit modernsten Herzzentren Krankenversorgung, Forschung und Lehre betreiben kann“, freut sich Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKB.

Am 1. Oktober 2021 wurde im Beisein von Dr. Joachim Stamp, Stellvertretender Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und NRW-Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, und mehr als 100 Gästen der Grundstein für das neue Gebäude gelegt. Bei dem feierlichen Festakt unter freiem Himmel in der Baugrube wurde zuvor eine traditionelle Zeitkapsel in den Grundstein eingelassen, anschließend wünschten alle Beteiligten den Bauarbeiten gutes Gelingen. 

Räumliche Trennung, ade

Seit mehr als 20 Jahren bilden die Medizinische Klinik II mit den Schwerpunkten Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin und die Klinik für Herzchirurgie gemeinsam das Herzzentrum des Universitätsklinikums Bonn. Historisch bedingt sind die Funktionen bsiher auf mehrere Gebäude verteilt. „Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen der internistischen Kardiologie und der Herzchirurgie am UKB schon jetzt bewährter Alltag ist, wird nun die im Rheinland größte Bonner Herzmedizin die optimalsten Bedingungen haben“, erklärt Holzgreve in seinen Begrüßungsworten. Geleitet wird das Herzzentrum von den beiden Klinikdirektoren Prof. Dr. Georg Nickenig, Medizinischen Klinik II, und Prof. Dr. Farhad Bakhtiary, Klinik für Herzchirurgie.

Der anspruchsvolle fünfgeschossige Gebäudekomplex (zuzüglich Untergeschoss) beinhaltet rund 200 Betten inklusive Intensivpflege- und Überwachungsbetten. Zukünftig sollen

  • sechs Herzkatheterlabore,
  • drei herzchirurgische und
  • drei Hybrid-OP-Säle

zur Verfügung stehen. Ambulanzen, Notfallradiologie sowie klinische Forschungs- und Lehrfunktionen komplettieren das nachhaltige Raum- und Funktionsprogramm. 

Fertigstellung bis 2024 terminiert

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Herzzentrums auf dem Bonner Venusberg, für das mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten werden, ist für 2023 und der Bezug für 2024 terminiert. Das gesamte Baugrundstück des Neubaus umfasst mehr als 6.700 Quadratmeter und die Bruttogrundfläche liegt bei mehr als 31.000 Quadratmeter. Alleine für die Baugrube mussten rund 50.000 Kubikmeter Erdmasse bewegt werden, bevor fast 700 Fundament-Pfeiler in bis zu zwölf Meter Tiefe einbetoniert werden konnten. Für den Transport des Baumaterials sind auf der Baustelle insgesamt drei Kräne aufgestellt, wobei die Spitze des größten Kranes bei 203,63 Meter über NN liegt. Damit ist die Krankabine der höchste Arbeitsplatz von Bonn.

Die Kosten für den Neubau liegen bei rund 140 Millionen Euro und setzen sich aus den Baukosten (113 Millionen Euro) sowie der Ersteinrichtung (27 Millionen Euro) zusammen. Finanziert wird das neue Herzzentrum aus Mitteln des Medizinischen Modernisierungsprogramm (MedMoP) des Landes Nordrhein-Westfalen. „Wir freuen uns sehr, dass das Land NRW rund 343 Millionen Euro für zwölf verschiedene Bau- und Sanierungsprojekte am UKB investiert, so dass wir nach einem Masterplan die ältere Bausubstanz zielgerichtet ersetzen, aber auch noch große Sanierungsaufgaben in der Bausubstanz vor uns haben“, sagt Holzgreve.

Masterplan „Zentralklinikum“

Wegen seiner zentralen Lage mitten auf dem Campus ist das Herzzentrum einer der wesentlichen Bausteine im Masterplan „Zentralklinikum“ des UKB und wird eine Portalfunktion auf dem Venusberg einnehmen. „Der große Vorplatz dient als Entrée für das gesamte UKB und die luftige und lichtdurchlässige Architektur macht direkt deutlich: Im Zentrum steht der Mensch und nicht die Technik“, beschreibt Holzgreve das architektonische Konzept des Neubaus.