Politik -

Gröhe: Hausarzt-MVZ möglich, Pflicht zur Interdisziplinarität fällt

Die Voraussetzungen, MVZ zu gründen, sollen im neuen Versorgungsstrukturgesetz II verändert werden. Das hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) anlässlich eines Symposiums des Sachverständigenrats (SVR) zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen angekündigt.

Aufheben will die Regierung die Vorgabe, dass in einem Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) verschiedene Arztgruppen interdisziplinär zusammenarbeiten müssen. Künftig soll es auch "arztgruppengleiche" MVZ geben können, sagt der Minister. Gröhe rechnet dabei vielfach mit Hausarzt-MVZ. Er betont, dort, wo niedergelassene Ärzte die Versorgung nicht sicherstellen könnten, "fordere und wünsche" sich die Politik, dass auch Kommunen Träger eines MVZ werden. Ein MVZ in neuer Form ermögliche dem CDU-Politiker zufolge nun auch Hausärzten, Teilzeitanstellungen und Angestelltenstatus zu bieten und mit Fachärzten zu kooperieren.

Mit der Lockerung soll veränderten Rahmenbedingungen Rechnung getragen werden, die auch im SVR-Gutachten erwähnt sind. Der Allgemeinmediziner Prof. Dr. Ferdinand M. Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrats, hatte zuvor auf vier "Megatrends" der Gesellschaft hingewiesen. Einer davon sei, dass heutige Mediziner "gravierend andere Erwartungen" an Familie und Beruf hätten. Der alte Hausarzt gehöre der Vergangenheit an, sagt Gerlach. Unter anderem durch einen immer weiter wachsenden Frauenanteil unter den Ärzten spielten heute Teilzeitbeschäftigung, Anstellungsoptionen eine zunehmend größere Rolle.

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