Euregio Grenzübergreifende Versorgung visionär gestalten

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In Anwesenheit des Präsidenten des Euregio-Zweckverbands sowie des geschäftsführenden Vereinsvorstandes wurde im Universitätsklinikum Münster (UKM) ein Beirat mit Vertretungen aus Politik und der Gesundheitssektoren gegründet.

Mitglieder im Beirat der Gesundheitsregion Euregio e.V.: Minister Karl-Josef Laumann (l.) und der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKM, Prof. Hugo Van Aken. – © UKM/Hauss

„Gerade in diesen Zeiten finde ich es wichtig, wenn die Menschen sehen, dass Europa in ganz vielen Bereichen einen spürbaren Mehrwert hat. Das gilt insbesondere auch für die Gesundheitsversorgung  in der Grenzregion. Hier brauchen wir praktische und unbürokratische Lösungen. Für uns war es und ist es deshalb selbstverständlich, dass wir Covid-Patienten aus dem Euregio-Raum in unseren Krankenhäusern behandeln“, sagt der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann. Er wurde – zunächst für die Dauer eines Jahres – zum Beiratsvorsitzenden des ehrenamtlich arbeitenden und neu gegründeten Gremiums der Euregio   mit im Moment fünf Mitgliedern aus Politik und Gesundheitssektoren von Deutschland und den Niederlanden gewählt worden.

Grenzübergreifende Unterstützung

„Ich bin sehr glücklich, dass wir in der Notsituation der Pandemie gute nachbarschaftliche Hilfe leisten können. Das UKM hat die Übernahme von Covid-Patienten aus den Niederlanden an NRW-Kliniken koordiniert als in den Niederlanden Intensivbetten fehlten. Und das ist nur ein Beispiel, an dem die gegenseitige Unterstützung helfen kann“, sagt der scheidende Ärztliche Direktor des UKM  und ebenfalls Mitglied des Beirats, Prof. Dr. Dr. Hugo Van Aken .

Der designierte Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Alex W. Friedrich, der vom Universitair Medisch Centrum Groningen in den Niederlanden kommt und offiziell zum Jahreswechsel seine neue Aufgabe am UKM übernimmt, hat für die Gesundheitsregion Euregio die Vision eines Modellprojekts: „Wir haben beispielsweise bereits auf dem Gebiet des Infektionsschutzes bewiesen, dass die Zusammenarbeit Früchte trägt. Beide Gesundheitssysteme  haben spezifische Eigenheiten, von denen das jeweils anderen Land sich etwas abschauen kann. So haben Patientinnen und Patienten in den Niederlanden z.B. eine kürzere Liegedauer, weil sie besser auf den Klinikaufenthalt gezielt vorbereitet werden und sie dadurch im Endeffekt früher entlassen werden können. Auf der anderen Seite haben wir auf deutscher Seite kaum Wartelisten und ein starkes stationäres und ambulantes Versorgungssystem. Wir können hier daher sehr viel voneinander lernen.“