Onlinekolumne Good Pay – einrichtungsspezifische Vergütungssysteme in der Pflege

Instrumente, die auch kurzfristig wirken, um mehr Pflegefachkräfte für die eigene Einrichtung zu gewinnen, sind gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Vergütung. Einrichtungen und Träger sollten dabei ihren eigenen Weg jenseits von Tarifsverträgen und Mindestbestimmungen beschreiten. Ein betriebliches Vergütungssystem nach dem Konzept Good Pay – mit attraktiven Alleinstellungsmerkmalen des Arbeitgebers – ist gefragt.

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    Dipl.-Ing. Eckhard Eyer, Perspektive Eyer Consulting in Ockenfels, Kontakt: info@eyer.de
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    Das magische Dreieck der Vergütung.

Die Gestaltung neuer Vergütungssysteme soll die geltenden bundesweiten Vergütungssysteme ablösen und durch neue differenzierte, auf die Unternehmen und ihre Unternehmenskultur sowie den regionalen Arbeitsmarkt zugeschnittene Vergütungssysteme ersetzen. Sowohl die Psychologie als auch die Erfahrung lehrt uns, dass Vergütungssysteme nicht ausschließlich vom Menschenbild des Homo oeconomicus ausgehen dürfen, sondern auch gerecht gestaltet und in der Anwendung fair sein müssen. Sie sollen die Mitarbeiterführung unterstützen und den Führungskräften ein Instrument in die Hand geben, um ihre Mitarbeiter extrinsisch zu motivieren.

Das magische Dreieck der Vergütung

Die Gestaltung eines Vergütungssystems steht dabei im Spannungsverhältnis von drei Polen

  • der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Einrichtung,
  • der Situation am relevanten Arbeitsmarkt und
  • den betrieblichen Werten und Gerechtigkeitsvorstellungen.
 

Das magische Dreieck der Vergütung beschreibt den Gestaltungsspielraum, den die Einrichtungen – Geschäftsleitung und Mitarbeiter – haben. Zum einen muss der Verdienst der Mitarbeiter aufgrund der betrieblichen Wertschöpfung erarbeitet werden können. Zum anderen kommt dem relevanten Arbeitsmarkt bei dem Gestaltungsspielraum eine besondere Rolle zu.  

Das Konzept „Good Pay“

Mit dem Konzept Good Pay werden zum einen die betrieblichen Wert- und Gerechtigkeitsvorstellungen umgesetzt und zum anderen die Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigt. Die Arbeitsbedingungen, die Höhe der Vergütung sowie ihre Auszahlung an die Mitarbeiter werden zielgruppenspezifisch gestaltet. Das Konzept Good Pay bietet hier einen Werkzeugkasten von der gemeinsamen Erarbeitung über die gerechte Ausgestaltung des Vergütungssystems bis hin zu seiner fairen Anwendung reicht.