DGFM -

Personalisierte Medizin Gewinner ist der Patient

Das Gesundheitswesen steht vor einer großen Transformation. Die molekulare Biologie wird für die Medizin der Zukunft das, was die Mathematik für die Physik ist: essenziell und unverzichtbar. Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind Befähiger (Enabler) dieser Transformation. Dies eröffnet Patienten personalisierte Medizin und Gesunden personalisierte Prävention.

Topic channels: Personalisierte Medizin und DGFM

Die Verfügbarkeit des menschlichen Genoms und zukünftig weiterer molekularer Bausteine ermöglicht individuelle Diagnosen und personalisierte Therapien mit bisher nicht möglichen Behandlungserfolgen. Das verändert nicht nur den medizinischen Alltag, sondern führt zu einem weitreichenden Wandel im gesamten Gesundheitssystem:

  • von beobachteter zu ursächlicher Erkenntnis;
  • von statisch-basierter zu individualisierter Behandlung;
  • von Krankheitsreaktion zu Gesundheitsprävention.

So finden derzeit zwei Paradigmawechsel zeitgleich statt

Das Lesen und die Interpretation von molekularen Informationen des Einzelnen und die digitale Transformation. Beide gehen Hand in Hand. Molekulare Informationen unterscheiden sich von allen anderen Informationsquellen in einem entscheidenden Punkt: Sind Letztere deskriptiv, so sind molekulare Informationen codebasiert. Sie transportieren und vermitteln unsere jeweils ganz individuelle Veranlagung. Das Zusammenführen beider, zudem im Kontext von Ernährung, Umwelt und Lifestyle, ermöglicht neue Erkenntnisdimensionen für Diagnose und Therapie, die nur durch Computingsysteme erfasst, verstanden und angewendet werden können.

Personalisierte Medizin ist gekennzeichnet durch klinische und molekulare Daten als Grundlage von Diagnose, Therapieunterstützung und Real-Time-Therapieverfolgung. Ebenso für das Verstehen von „gesund“ und damit zukünftig auch für personalisierte Prävention. Computingtechnologien stehen im Zentrum von Integration und Interpretation. Die wissenschaftliche Evidenz in Kombination mit individueller Patienteninformation ist als Kern für Entscheidungen zu sehen. Wearables sind zusätzliche Informationsquellen für die Erfassung von Gesundheits- und Krankheitssituationen.

Personalisierte Medizin bedeutet für Ärzte und Patienten eine präzise, individuelle molekularbasierte Diagnose mit vorhersagbar wirksamen und sicheren Therapieoptionen. Für die Pharmaindustrie bedeutet sie insbesondere neue Medikamente und Therapien, die schneller, günstiger und auch mit geringeren Ausfällen in klinischen Studien entwickelt werden können. Dies führt wiederum zu kürzeren Studien, die eine höhere Wahrscheinlichkeit auf Erfolg haben. Dies hat wiederum zur Folge, dass Patienten mit höherer Wahrscheinlichkeit direkt in einer Studie profitieren, dass Studien günstiger werden und dass damit die Medikamentenpreise günstiger werden. Hinsichtlich Versicherungen wird heute noch nach Leistungskatalog abgerechnet. In Zukunft wird sich der Erfolg einer Behandlung bzw. eines Medikaments in der Erstattung stärker wiederfinden. Denn der Behandlungserfolg kann gemessen werden: „Value based reimbursement“ wird Hand in Hand gehen mit „Outcomes based medicine“.

Fazit

Die Frage ist nicht, ob diese Zukunft stattfindet, sondern wie und wann. Auch wenn sie mit großen Veränderungen einhergeht oder vielleicht eher, weil sie mit großen Veränderungen einhergeht, gibt es nur Gewinner – an erster Stelle den Patienten.

Integriertes biologisches und klinisches Wissen ist die Grundlage für präzise Diagnose, Therapieunterstützung, klinische Entwicklung und Prävention (siehe Grafik "Personalisierte Medizin und Prävention").

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