Kongress-Nachlese Gesundheitswirtschaft managen 2020: Impulse und Netzwerken

Pflexit, MDK-Reform und die Ausgliederung der Pflege aus den DRGs – die Themen beim Kongress „Gesundheitswirtschaft managen“ lieferten Zündstoff. Neu im Programm war die Start-up-Session mit digitalen Innovationen. Zudem lieferten Uni-Professoren aus Paris und Kopenhagen Impulse aus dem Ausland.

Gesundheitswirtschaft managen 2020
Mehr als 200 Branchenexperten, Führungskräfte und Politiker nahmen beim diesjährigen Kongress Gesundheitswirtschaft managen teil. – © Gesundheitswirtschaft managen

Am vergangenen Mittwoch startete in Münster der achte Managementkongress „Gesundheitswirtschaft managen“. Der Kongress beschäftigte sich mit aktuellen Themen des Krankenhausmarktesund lieferte zentrale Hintergrundinformationen. Teilnehmerin Dr. Ursula Fabry, Leiterin Medizincontrolling, Uniklinik RWTH Aachen, sagte über das Programm: „Die Zusammenstellungund die Aktualität der Themen machen diesen Kongress für mich aus. Neben dem Netzwerk gibt er mir wichtige Impulse für den Alltag.“ Bis Donnerstag diskutierten in Münster mehr als 220 Branchenexperten, Führungskräfteund Politiker über die aktuellenund existenziellen Herausforderungen in der Branche.

Von anderen Ländern lernen

Gesundheitswirtschaft managen 2020
Die Veranstalter Dr. Christian Heitmann (links), Dr. Daisy Hünefeld (2.v.l.), Prof. Dr. Peter Wigge (rechts) mit den Referenten PhD M. A. Karsten Vrangbæk (Mitte)und Prof. Dr. Babette Simon (2.v.r.). – © Gesundheitswirtschaft managen

Der Eröffnungsabend stand unter der Frage, was Deutschland von Versorgungsstrukturen im Ausland lernen kann? Dazu zog PhD M. A. Karsten Vrangbæk von der Copenhagen University, Parallelen zwischen dem dänischenund dem deutschen Versorgungssystem. Prof. Dr. Babette Simon von der Universität Paris Descartes zeigte kritisch die Positionierung von Deutschland in vielen Versorgungsbereichen im europäischen Vergleich auf. Das Fazit des Plenums: „Die meisten von uns hätten Deutschland sicherlich noch positiver eingeordnet – der Handlungsbedarf im System ist evident.“.

Umsetzung Krankenhausplan NRW

Schwerpunkt des diesjährigen Kongresses war die Umsetzung des aktuellen Krankenhausplans NRW. Helmut Watzlawik vom Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen sowie Vertreter städtischerund ländlicher Kliniken bezogen Stellung zu den umfangreichen Neuerungen, die auch mit einer Zentralisierungund Leistungsverdichtung einhergehen sollen. “Uns geht es dabei nicht um das Schließen von Häusern, sondern um die Steigerung der Qualität.“, betonte Watzlawik

Diskussionsstoff MDK-Reform

Für viel Diskussionund Unzufriedenheit bei den Kliniken sorgt die anstehende MDK-Reform. Ministerialrat Ferdinand Rau aus Bonn, Dr. Martin Rieger, Geschäftsführer des MDK Westfalen-Lippe,und Dr. Ulf Dennler, MBA, Leiter des Geschäftsbereichs Medizincontrolling der München Klinik, berichteten sehr praxisnah über den aktuellen Stand der Umsetzungund die Konsequenzen.

Start-up Sessions zeigten digitale Innovationen

Ein besonderes Highlight war die Start-up-Session, in der Start-ups digitale Innovationen für den Gesundheitsbereich vorstellten – beispielsweise mit Simplinic, ein bluetooth-gesteuertes System zum schnellen Lokalisieren von Medizingeräten oder auch einer automatisierten Erhebung von Sensordaten. PD Dr. Christian Ewelt und Dr. Samer Zawy Alsofy, Chef- bzw. leitender Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie der St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen, präsentierten sehr konkrete Virtual-Reality-Anwendungen in der Neurochirurgie –und die Potenziale, die darin liegen.

Pflexit: Status Quo

Der Kongress endete am Donnerstag mit einem Panel über den sogenannten Pflexit, die Ausgliederung der Pflege aus den DRGs. Über den aktuellen Status quo berichtete Dr. Frank Heimig, Geschäftsführer der InEK GmbH – Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus, einer der wichtigsten Akteure für den Pflexit.