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Studie zu Pflegeheimen Gesundheitssystemforscher über den Zusammenhang von Preis, Qualität und Profitorientierung

Der Gesundheitsforscher Prof. Dr. Max Geraedts von der Universität Witten/Herdecke hat eine Studie zu Pflegeheimen durchgeführt. Diese kommt zu dem Schluss, dass Pflegeheime schlechter pflegen, wenn sie profitorientiert und billig sind.

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Gesundheitssystemforscher über den Zusammenhang von Preis, Qualität und Profitorientierung
Die Forscher empfehlen, insbesondere bei profitorientierten Pflegeheimen solche in höheren Preiskategorien auszuwählen. -

Profitorientierte Pflegeheime in Deutschland bieten im Vergleich zu nicht-profitorientierten Pflegeheimen insgesamt eine geringere Qualität. Gerade im unteren Preissegment pflegen die profitorientierten Pflegeheime schlechter als die nicht-profitorientierten. Im obersten Preissegment unterscheiden sich die Pflegeheime kaum noch nach ihrer Profitorientierung. Das sind die Kernthesen einer Forschergruppe um den Gesundheitssystemforscher Prof. Dr. Max Geraedts von der Universität Witten/Herdecke (UW/H), die jetzt veröffentlicht worden ist.

Vergleich statistischer Werte

„Wir haben in der Studie statistische Werte verglichen; wir behaupten nicht, dass die Unterschiede in der Pflege durch die Profitorientierung entstehen!“, betont Prof. Geraedts. Ein Teil der Unterschiede lasse sich dadurch erklären, dass privat betriebene Pflegeheime durchschnittlich geringere Preise verlangen und die Qualität der Pflegeheime sehr deutlich mit deren Preis zusammenhänge.

Darüber hinaus müssten solche Träger den Bau der Gebäude meist selber stemmen und auch noch etwas Gewinn abwerfen. Altenheime von Kirchen oder anderen Trägern müssten diese Kosten meist nicht selber verdienen. Teilt man den Pflegesatz der untersuchten Häuser in fünf gleiche Teile, dann liegen laut der Studie in den günstigsten beiden Teilen 69 Prozent der profitorientierten, aber nur knapp 20 Prozent der nicht-profitorientierten Pflegeheime.

Qualitätsmanagement, Einrichtungsstruktur Pflege- und Betreuungsprozesse

Betrachtet man die Kerndisziplinen wie Pflegeprozesse, Betreuungsprozesse, Qualitätsmanagement und Einrichtungsstruktur, dann schneiden die profitorientierten Pflegeheime auch unabhängig vom Preis der Einrichtung schlechter ab, als die nicht-profitorientierten Pflegeheime.

Dagegen existieren zwischen der Dokumentationsqualität sowie den Versorgungsergebnissen einerseits und der Profitorientierung der Einrichtungen andererseits keine Zusammenhänge, wenn der Preis der Pflegeheime gleichzeitig in Betracht gezogen wird. Die Forscher empfehlen: „Insbesondere bei profitorientierten Pflegeheimen lohnt es sich, ein Pflegeheim auszuwählen, das einer höheren Preiskategorie angehört. Dagegen spielt bei nicht-profitorientierten Pflegeheimen der Preis der Einrichtung nur eine untergeordnete Rolle. Hier sind schon in der untersten Preiskategorie viele Pflegeheime zu finden, die eine Qualität auf höchstem Niveau bieten.“ Zudem erklären die Forscher, dass, wie in den USA auch, in Deutschland Angaben zur Profitorientierung der Einrichtung zwingend vorgeschrieben sein sollten.

Daten für die Studie

Für die Studie haben die Autoren die Daten der gesetzlich festgelegten Qualitätsprüfung des medizinischen Dienstes von mehr als 10.000 Altenheimen der Jahre 2011 und 2012 ausgewertet. Die Konsistenz der Ergebnisse lasse den Zusammenhang ausreichend sicher interpretieren.

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