Recht -

Das „Digitale Versorgung Gesetz“ (DVG) (Teil 2) Gesundheits-Apps auf dem Weg in die Regelversorgung

Videosprechstunden sollen Alltag werden, Patienten können sich Gesundheits-Apps von ihrem Arzt verschreiben lassen und ein verpflichtendes digitales Netzwerk für den Gesundheitsbereich wird eingeführt. Auf eine solche Verbesserung der Versorgung der Versicherten zielt das Digitale Versorgung Gesetz (DVG) ab.

Themenseite: Digitalisierung

Damit das auch so kommt, sollen wirtschaftliche Anreize geschaffen werden. So erhalten Krankenkassen mehr Möglichkeiten zur Förderung digitaler Innovationen.

Geht es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, werden digitale Gesundheitsanwendungen zügig in die Versorgung gebracht und der Markt für E-Health-Start-ups attraktiver gestaltet.

Die Dynamik dieses Vorhabens ist nicht nur deutlich an der Möglichkeit der „App auf Rezept“ zu sehen.

Eine App muss fünf Voraussetzungen erfüllen, um in die Regelversorgung aufgenommen werden zu können. Sie muss Medizinprodukt und nicht lediglich Stand -Alone -Software sein. Die App wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf Datensicherheit, Datenschutz und Funktionalität geprüft. Dabei muss die App bestimmte qualitative Anforderungen erfüllen sowie sicher und funktionstauglich sein und positive Versorgungseffekte nachweisen. Letzteres weist der Hersteller anhand eines unabhängigen von einer wissenschaftlichen Einrichtung erstellten Evaluationskonzepts nach. Sollte die App zum Zeitpunkt der Antragstellung auf Aufnahme in die Regelversorgung noch keinen positiven Versorgungseffekt nachweisen können, kann sie ein Jahr lang vorläufig von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet werden. In dieser Zeit muss der Hersteller beim BfArM nachweisen, dass seine App die Versorgung der Patienten verbessert. Die Vergütung verhandelt der Hersteller zukünftig selber mit dem GKV-Spitzenverband, sie erfolgt dann außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Fazit

Das Gesetz wird damit dafür sorgen, dass der Markt für E-Health-Start-ups attraktiver wird und so Tempo in Markt kommt.

Kontakt zur Fachanwaltin
Karolina Lange, LL.M. (Medizinrecht) bei TaylorWessing, Kontakt: K.Lange@taylorwessing.com

 

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    Mit dem Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation („DVG“) unternimmt Jens Spahn einen weiteren Schritt zum digitalen Wandel des Gesundheitssystems. Sein Ziel: „den digitalen mehr

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