Digital Health Lexikon -

Gesundheits-App

Als Gesundheits-App wird eine Anwendungssoftware für den Bereich Gesundheit bezeichnet. Diese wird größtenteils mobilen Geräten (Devices wie Smartphones, Tablets oder mobilen Computern) angeboten. Hierbei erfolgt ein Einsatz von mobiler Technologien, um Gesundheitsdienste durch Anbieter zur Verfügung zu stellen und als Nachfrager zu empfangen. Gesundheits-Apps lassen sich grob in Medical-Apps, Gesundheits-Informations-Apps und Lifestyle-Apps einteilen.

1. Synonyme:

Health App, Medical App, mHealth

2. Kurzhistorie:

Auf Basis der Verbreitung von Apps im Allgemeinen und der Verbreitung von eHealth im Besonderen entwickelte sich in den letzten Jahren die Gesundheits-App als ein eigenständiger Begriff, der eine Anwendungssoftware auf mobilen Endgeräten (Devices) – insbesondere rund um das Smartphone – beinhaltet. Hierbei spielt der Begriff mobile Health (mHealth) eine wesentliche Rolle und wurde maßgeblich von Robert Istepanian vom Londoner Imperial College im Jahr 2006 geprägt, der mHealth als „emerging mobile communications and network technologies for healthcare“ definierte. Eine Gesundheits-App kann als eine bestimmte Ausprägung von mHealth bezeichnet werden.

3. Ziel:

Ziel von Gesundheits-Apps ist eine vielfältige Verbesserung der Gesundheit durch die Nutzung mobiler Technologien durch eine bessere Informationsversorgung.

4. Wesentliche Merkmale:

Merkmale von Gesundheits-Apps lassen sich wie folgt einteilen. Zum einen sind dies die technischen Voraussetzungen wie mobile Computer, Smartphones und anderer Endgeräte. Zum anderen sind dies aber auch moderne Kommunikationsmethoden zwischen den Anbietern, Anbietern und App-Nutzern sowie Gesundheits-App-Nutzern untereinander.

5. Wesentliche Einsatzgebiete:

Einsatzgebiete von Gesundheits-Apps können grob in die Themen Medizin, Gesundheits-Informations-Apps und Lifestyle eingeteilt werden (siehe Abbildung). Der Bereich Medizin umfasst dabei insbesondere die Gesundheitsbereiche der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Im Bereich der Medizin helfen Gesundheits-Apps bei der Beurteilung von Diagnosen oder dem Einholen von Zweitmeinungen sowie die Unterstützung der Therapiemöglichkeiten und das Monitoring von Patienten.

Der Bereich der Gesundheits-Informations-App umfasst den Bereich der Prävention/Aufklärung und betrieblichen Gesundheit, so dass Gesundheits-Informations-Apps helfen, die Kommunikation im Gesundheitswesen zur verbessern. Zusätzlich sollen die Anwendungen dazu beitragen, einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Gesundheit zu erreichen und durch die Bereitstellung von Gesundheitsinformationen Gesundheitskompetenz zu erhöhen. Hierzu zählen ebenso Anwendungen wie bei Gesundheitsakteuren, die im administrativen Bereich zur Unterstützung des Praxis- oder Klinikmanagements oder Krankenkassen (Online-Geschäftsstelle) verwendet werden.

Der Bereich Lifestyle hingegen umfasst v.a. den Bereich Fitness und Wellness.

Es gibt aber Anwendungsgebiete, die sich alle drei Bereiche tangieren. Dazu zählen z.B. Angebote rund um das Thema der psychischen Gesundheit (beispielsweise Stressreduktion). Im Bereich des Lifestyles ist gerade der Fitness- und Wellnessbereich ein wachsender Bereich, indem die Gesundheits-Apps durch Anleitung bei Fitness zunehmend von Endkunden und Studios genutzt werden oder zu Themen wie Entspannung und Resilienz.

Die zunehmende Verbreitung des Internets als auch die zunehmende Nutzung von Smartphones und Tablets führen dazu, dass Gesundheits-Apps zunehmend ein Thema für die Krankenkassen, Leistungserbringer als auch für die Patienten bzw. Versicherten und die Fitnessindustrie werden. Als treibende Kraft dieser Innovation kann die Industrie als auch sogenannte Start-Up-Unternehmen gesehen werden. Die Kostenträger (Krankenkassen) und die Verbandsebene reagieren – auch aufgrund bisher ungeklärter Rechtslage – eher zurückhaltend. Eine zentrale aktuelle gesundheitspolitische Diskussion ist daher, inwieweit die Einbindung von mHealth in das Vergütungssystem der gesetzlichen und privaten Krankenkassen erfolgen kann, inwiefern die medizinischen Leistungserbringer diese Entwicklung weiter vorantreiben und inwiefern die Patienten bzw. Versicherten die Entwicklung weiter einfordern werden. Aktuell (Stand 06.2019) hat es keine Gesundheits-App in die Regelversorgung geschafft. Ansätze zur Belohnung von gesundheitsbewusstem Verhalten seitens der Krankenkassen werden als Satzungsleistungen genutzt. Das Marktpotenzial von Gesundheits-Apps in Deutschland ist nur schwer zu beziffern, jedoch wird das neue D igitale Versorgung Gesetz (DVG) die Anwendungsfelder um den Teilbereich mHealth weiter vorantreiben. Im Lifestyle-Bereich sind die Gesundheits-Apps meist Selbstzahlerleistungen (out-of-pocket) oder werden durch Krankenkassen teilweise bezuschusst.

6. Unterscheidung von ähnlichen Begriffen:

E-Health

Prof. Dr. David Matusiewicz

Autor

Prof. Dr. David Matusiewicz

Dekan und Institutsdirektor FOM

Gründer, Digital Health Academy

david.matusiewicz@fom.de


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