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HEALZZ.community Geringe Organspenden: Liegt es an den Kliniken?

Das behauptet zumindest Heiko Burrack. Er ist der Autor des Buches „Leben hoch zwei“ und selbst Empfänger einer Spenderniere. Er sagt: „In den Krankenhäusern wird zu wenig an die Organspende gedacht“. Diskutieren Sie jetzt dazu in der XING-HEALZZ.community mit.

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Die aktuellen Zahlen zur Organspende in Deutschland wurden in den vergangenen Wochen und Monaten zu Hauf veröffentlicht. Wer sich hierzu noch einmal ein eigenes Bild machen möchte – und das lohnt – kann sich auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema (BZgA, www.organspende-info.de) entsprechend informieren.  

Fakt ist: Es gibt viele Menschen, die auf eine lebenswichtige Organspende warten und wenige, die sich verbindlich dafür zur Verfügung stellen. Fakt ist aber auch: Diese Tatsache ist mit Sicherheit nicht der einzige Grund, warum noch nicht so viele Organe transplantiert werden, wie es eigentlich möglich wäre.

Das mag mitunter auch daran liegen, dass in Deutschland derzeit die Entscheidungslösung gilt. Heißt: Eine Organentnahme ist nur zulässig, wenn eine Zustimmung vorliegt. Jeder soll sich mit der eigenen Spendenbereitschaft auseinander setzen, selbstständig eine Entscheidung treffen und diese dann im Organspendeausweis für die Nachwelt festhalten.

Heiko Burrack, Autor des Buches „Leben hoch zwei“, das hier vorgestellt wird, hat dazu noch eine andere Theorie. Er glaubt, dass es auch an den Kliniken liegt, dass noch zu wenig Organe transplantiert werden. In einem Kommentar für das Fachmagazin Health&Care Management schreibt er auf die Frage „Wie kommt es zu so wenig Spenden, wenn das Thema gefördert wird und die allermeisten Menschen hier positiv eingestellt sind?“: „Die Antwort finden wir in den Krankenhäusern selber, und sie ist sehr schlicht: Hier wird zu wenig an Organspende gedacht.“ Was er damit meint? Organspende sei für Krankenhäuser mit Aufwand verbunden. Man müsse zunächst einmal einen Menschen finden, bei dem die Voraussetzungen für eine Organspende gegeben sind, dann brauche man zwei qualifizierte Ärzte, die mit der Organübertragung in keiner Verbindung stehen und den Hirntod diagnostizieren. „Dies bedeutet einen Aufwand von zwei Tagen“, sagt Burrack. Zeit, in der das Intensivbett nicht weiterverwendet werden kann und zusätzlich eine medizinische Betreuung des verstorbenen Menschen stattfinden muss. „Schließlich müssen die Chirurgen die Organe entnehmen, was aufgrund der verplanten OP-Säle meist nur nachts möglich ist. Personal, was bei dieser Operation tätig ist, kann am nächsten Tag nicht arbeiten“, erklärt Burrack eine weitere hohe Hürde für Krankenhäuser.

Den vollständigen Kommentar von Heiko Burrack können Sie mit einem Klick hierauf nachlesen.

Wie sehen Sie das? Liegt es an den Strukturen und Prozessen in den Kliniken, dass die Organspende in Deutschland noch nicht ihr volles Potenzial erfüllt? Oder liegt es doch eher an der mangelnden Aufklärung, dem fehlenden Entscheidungsdruck oder ist eine Mischung aus allem? Diskutieren Sie in der Xing-HEALZZ.community mit.

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