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DPR, ver.di und DKG zum Pflegepersonalbemessungsinstrument Gemeinsamer Vorstoß für besseres Pflegeangebot in Kliniken

In der Debatte um die künftige Finanzierung der Pflege machen sich die Kliniken und Vertreter der Beschäftigten gemeinsam für eine bessere Personalausstattung stark.

Die Festlegung des Bedarfs müsse sich an einer hochwertigen Pflege orientieren und nicht nur an Untergrenzen und Mindestvorgaben, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Dienstag in Berlin (13.08.2019). Für die Gewerkschaft ver.di sagte Vorstandsmitglied Sylvia Bühler: «Arbeit im Krankenhaus darf nicht krank machen.» Bessere Arbeitsbedingungen seien das beste Mittel gegen den Fachkräftemangel.

Zusammen mit dem Deutschen Pflegerat wollen beide Organisationen bis Jahresende ein «Instrument» vorschlagen, mit dem der Personalbedarf an Pflegekräften künftig besser zu ermitteln sein soll. Dies solle alle Stationen mit Betten in den Krankenhäusern umfassen und sich am jeweiligen Pflegebedarf orientieren - also nicht überall einfach das gleiche Verhältnis von Patienten zu Pflegekräften vorsehen. So sei der Pflegebedarf in einer Station, in der Sportler nach Knie-Operationen liegen, geringer als in einer Geriatriestation mit vielen älteren Patienten mit Demenz, erläuterte Gaß.

Hintergrund ist auch, dass die Finanzierung der Pflege im Krankenhaus nach Plänen der großen Koalition aus den üblichen Pauschalen pro Patientenfall herausgelöst werden soll. Als Basis einer Finanzierung nach anfallenden Kosten soll daher auch der Personalbedarf genauer ermittelt werden. Für den Deutschen Pflegerat sagte Präsidiumsmitglied Andrea Lemke, nötig sei ein Instrument, das schnell umsetzbar und nicht zu bürokratisch sei. Die drei Organisationen erwarten, dass dann eine Regierungskommission über ein verbindliches Modell beraten wird.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz betonte, ausreichend Personal, das nicht über dem Limit arbeiten müsse, sei gut. Besonders alte, pflegebedürftige und schwerkranke Menschen profitierten davon. Am Ende müsse Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür sorgen, dass die Finanzierung der zusätzlichen Pflegekräfte stehe. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach sagte im ARD-«Mittagsmagazin», kurzfristig gehe es darum, die «Pflege-Abbautendenz» zu stoppen. Langfristig müsse aber auch die Zahl der Kliniken auf den Prüfstand kommen. Es gebe zu wenig Pflegekräfte, zu wenig Ärzte und zu viele Krankenhäuser, bekräftigte er.

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