104. Mitgliederversammlung des VKD Gegen einen „Kahlschlag ohne Sinn“

Bei der Mitgliederversammlung des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. wurde die angespannte Lage in der Krankenhauslandschaft in Deutschland deutlich. Präsident Dr. Josef Düllings betonte die relevante Rolle eines „starken Verbandes“ in Zeiten des Wandels.

Von links: Bernd Decker, Geschäftsführer, DRK Trägergesellschaft Süd-West mbH; Wolfram Firnhaber, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Bezirkskliniken Schwaben; Dr. Josef Düllings, Hauptgeschäftsführer, St. Vincenz-Krankenhaus GmbH; Angela Krug, Geschäftsführerin, Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH; Dr. Falko Milski, Prokurist, Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten GmbH; Andreas Schwab, Geschäftsführer, Gesundheitszentrum Odenwaldkreis GmbH. – © VKD

„Wir stehen schon länger vor komplexen, zum Teil existenziellen Herausforderungen für die Krankenhäuser. Angesichts der politischen Situation, des Agierens der Krankenkassen und der wirtschaftlichen Lage insgesamt werden sie sich in den kommenden Monaten aber noch weiter deutlich verschärfen.“ Darauf stimmte VKD-Präsident Dr. Josef Düllings die Teilnehmenden der 104. Mitgliederversammlung des Verbandes am 1. Oktober 2021 in Berlin ein. Zu der schwierigen Lage haben laut Düllings die Pandemie aber auch die Politik und die Krankenkassen verstärkend beigetragen. Mehr denn je brauche es einen starken Verband, der sich für die Krankenhäuser, ihre Mitarbeiter und v.a. für die Patientinnen und Patienten mit aller Kraft einsetze.

Einstimmung auf den gesundheitspolitischen und strukturellen Wandel

Der Vortrag von Jochen Brink, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, zur neuen Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen (NRW) stimmte die Teilnehmenden auf erhebliche strukturelle Umbrüche in der Krankenhauslandschaft ein, die sich auf die gesamte Gesundheitsversorgung auswirken werden. Im Bericht der Geschäftsführung verwies Verbandsgeschäftsführer Dr. Jens-Uwe Schreck u.a. explizit auf die verstärkte Kommunikation des Verbandes in den vergangenen zwei Jahren als wichtige Stimme der Praxis, die künftig noch weiter verstärkt werden soll. Düllings präzisierte kurz und knapp die Positionen und Forderungen des Verbandes in den vergangenen Jahren. Es machte deutlich, welch langen Atem es brauchte und auch künftig brauchen wird, damit Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus der täglichen Praxis in den Krankenhäusern Teil von gesundheitspolitischen Entscheidungen werden. Ein Beispiel: das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG).
Seit 2014 fordere der VKD immer wieder ein Investitionsprogramm zur Digitalisierung der Krankenhäuser. Sechs Jahre habe es nun gedauert, bis der Bund mit dem Krankenhauszukunftsgesetz 4,3 Milliarden Euro dafür zur Verfügung stellt. Nicht genug, aber ein Anfang, hieß es bei der Versammlung.

Krankenhäuser bleiben Kern der Versorgung

Inzwischen befänden sich die Krankenhäuser nicht nur im digitalen Umbruch sondern auch mitten in einer Strukturdebatte, die laut VKD in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten und Inflationstendenzen künftig noch heftiger ausfallen wird als bisher. Düllings erklärte dazu: „Hier müssen wir uns für unsere flächendeckende Gesundheitsversorgung und gegen den Kahlschlag ohne Sinn und Verantwortungsbewusstsein immer wieder vehement stark machen, denn die Krankenhäuser sind und bleiben Kern dieser Versorgung.“ Sie müssten angesichts der größer werdenden Lücken bei der niedergelassenen Ärzteschaft zudem künftig auch mehr und mehr Aufgaben der ambulanten Versorgung übernehmen.
Die Aufforderung des VKD-Präsidenten an die Mitgliederversammlung: „Verstärken wir unsere Anstrengungen, machen wir uns weiter gegenüber Politik, (…), Krankenkassen und Öffentlichkeit stark für eine wirklich zukunftsfeste Gesundheitsversorgung der Menschen in unserem Land – wo immer sie leben“.

Ehrenmitgliedschaft für fünf Mitglieder

Mit einer Ehrenmitgliedschaft wurden

  • Dr. Susann Breßlein, Landesgruppe Rheinland-Pfalz/Saarland,
  • Dr. Thomas Beushausen, Landesgruppe Niedersachsen/Bremen, Fachgruppe Rehabilitation,
  • Rainer Kontermann, Landesgruppe Baden-Württemberg, Fachgruppe Pflegeeinrichtungen,
  • Wilhelm Brokfeld, Landesgruppe Niedersachsen-Bremen, Fachgruppe Rehabilitationseinrichtungen und
  • Martin Ködding, Landesgruppe Hessen,

als verdienstvolle langjährige Mitglieder gewürdigt.

Neu gewähltes Präsidium

Nach der Corona-bedingten Verschiebung im vorigen Jahr stand auch die Wahl des Präsidiums an. Einstimmig wiedergewählt wurden als Präsident Dr. Josef Düllings, Paderborn, als Vizepräsidenten Peter Asché, Aachen und Angela Krug, Strausberg, sowie als weitere Mitglieder Bernd Decker, Mainz, Andreas Schwab, Erbach, Dr. Falko Milski, Ribnitz-Damgarten. Martin Schmid, Marktredwitz, trat zur Wahl nicht mehr an. An seiner Stelle wählten die Mitglieder Wolfram Firnhaber, Memmingen. Heinz Kölking, Rotenburg, ist als Vertreter des Verbandes in der Europäischen Vereinigung der Krankenhausmanager (EVKM), ebenfalls Mitglied des Präsidiums.