ARD-Themenabend am 17. Mai 2017 ab 20.15 Uhr Gefährliche Medikamente: gepanscht, gestreckt, gefälscht

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Patientensicherheit und Pharma

Mit dem TV-Film „Gift“ – basierend auf wahren Fakten – und einer anschließenden Dokumentation macht Das Erste heute ab 20.15 Uhr mit einem Themenabend zu „Gefährliche Medikamente“ aufmerksam. Heiner Lauterbach brilliert im Wirtschaftsthriller als Brachenaussteiger und Whistleblower, danach geht es um gepanschte, gestreckte und gefälschte Mittel, für die die Hersteller manchmal über Leichen gehen.

Szene aus dem ARD-Wirtschaftsthriller „Gift“ am 17. Mai 2017 um 20.15 Uhr: Pharmaunternehmer Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) und Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) in den Fertigungshallen der indischen Firma „Bishen“. Dort kommen der Whistleblower und die Ermittlerin gezielten Medikamentenfälschungen auf die Spur. – © BR/diwafilm GmbH

Aktuellen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge erzielt der Handel mit gefälschten, minderwertigenund illegalen Medikamenten jährlich weltweit Umsätze von bis zu 430 Milliarden US-Dollar – mit Umsatzsteigerungen in Europa von geschätzt 40 Prozent pro Jahr. Der ARD-Themenabend „Gefährliche Medikamente“ am Mittwoch, 17. Mai 2017 beschäftigt sich mit diesen Machenschaften.

Mehr als nur ein Verdacht

„Stellen Sie sich vor: Sie kaufen ein Medikament in der Apothekeund die Wirkstoffe, die auf der Packung stehen, sind gar nicht drin“, so ARD-Programmdirektor Volker Herres in seinem Vorwort zum Themenabend. Nein, das ist nichts, was man sich vorstellen möchte. Mehr als nur ein Verdacht liegt dazu aber auf der Hand.

Das hat der versierte Autor, Regisseurund Produzent Daniel Harrich herausgefunden, der für die ARD u.a. schon Themenschwerpunkte zu deutschen Waffenexporten realisiert hatund seine jüngsten Recherchen nun in zwei neuen Produktionen umsetzte.

Verstrickungen von Pharmafirmen, Bankenund Behörden

Großer Themenschwerpunkt im Erstenund den Programmen der ARD zum Thema Medikamentensicherheit. Der Themenabend startet am 17.05.17 um 20.15 Uhr mit dem investigativen Fernsehfilm „Gift“. Im Anschluss zeigt Das Erste um 21.45 Uhr die Dokumentation „Gefährliche Medikamente – gepanscht, gestreckt, gefälscht“. – © ARD/FDHrsm Hamburg Gmbh

Los geht es um 20.15 Uhr mit dem Wirtschaftsthriller „Gift“: Der investigative Fernsehfilm, der auf wahren Begebenheiten basiert, thematisiert das Geschäft mit für die Patienten gefährlichen Medikamenten. Verstrickungen von Pharmafirmen, Bankenund Behörden werden anhand eines Aussteigers erzählt, der jahrelang selbst Teil eines Medikamentenfälschersyndikats war und, ausgelöst durch eine schwere Erkrankung, zum Whistleblower wird.

In den Hauptrollen spielen Heiner Lauterbach, Julia Koschitzund Maria Furtwängler; in weiteren Rollen sind Luise Heyer, Ulrich Matthes, Martin Brambach, Francis Fulton-Smith und Michael Roll zu sehen. Eine hochkarätige Künstlerriege also für so einen brisanten Stoff.

Nicht wenige Unternehmen gehen für Renditen buchstäblich über Leichen

Was im Fernsehfilm verdichtet ist, wird ab 21.45 Uhr in der Dokumentation „ Gefährliche Medikamente – gepanscht, gestreckt, gefälscht“ aufgefächert. Gestützt auf vertrauliche Dokumenteund Ermittlungsakten, auf Aussagen von Whistleblowern, Ermittlernund Experten entsteht das Bild einer Branche, in der nicht wenige Unternehmen buchstäblich über Leichen gehen, um die Rendite zu steigern.

Die Dokumentation verfolgt den Weg der Medikamente von der Herstellung zum Patienten und zeigt, wo gepanscht, gestrecktund gefälscht wird – immer öfter mit tödlichen Folgen. Denn es sind längst nicht nur Lifestyle-Präparate, die manipuliert werden, sondern auch lebenserhaltende Medikamente.

„Vielleicht ist es an der Zeit, ein Gesetz zu verabschieden“

Sie sind so bunt wie schädlich: Diese Pillen wurden beschlagnahmt. Warum, das zeigt die Dokumentation „Gefährliche Medikamente – gepanscht, gestreckt, gefälscht“, die am 17. Mai 2017 ab 21.45 Uhr im Ersten läuft. – © NDR/diwafilm GmbH

„Ich bin ja alt genug, um zu wissen, dass es kein Gewerbe gibt, in dem nicht manipuliertund betrogen wird, gerade wenn Geld im Spiel ist“, so Heiner Lauterbach im HCM-Interview für die aktuelle Ausgabe 5/2017. „Von dem Ausmaß, wie bei ‚Gift’, kann man dann allerdings überrascht sein.“ Der Schauspielstar hat sich vor den Dreharbeiten intensiv mit der Thematik, die er als „heißes Eisen“ bezeichnet, beschäftigt. „Vielleicht sorgt das auch so weit für Gesprächsstoff, dass man mal darüber diskutiert, ob es nicht an der Zeit wäre ein Gesetz zu verabschieden, das die Hersteller zwingt anzugeben, in welchem Land die Medikamente hergestellt werden. Das wäre mal ein ganz wichtiger Schritt“, regt er an.

Sowohl „Gift“ als auch „ Gefährliche Medikamente – gepanscht, gestreckt, gefälscht“ werden in den kommenden Tagen wiederholt. Details finden Sie online bei unseren TV-Tipps.