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Kassenärztliche Bundesvereinigung Gassen attackiert Kliniken

Dr. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, hat den Unmut von Klinikvertretern auf sich gezogen. In seiner Rede vor der Vertreterversammlung in Hamburg attestierte er den Krankenhäusern Qualitätsprobleme.

Themenseite: Qualitätsmanagement

Bei der Vorstellung des Positionspapiers „Versorgung gemeinsam gestalten“ auf der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ging der KBV-Chef Dr. Andraes Gassen auf „große Umwälzungen“ ein, die bei den Kliniken anstünden. Die 2.000 Häuser hierzulande seien nicht zu halten, „weil es viel zu teuer ist, nicht alle benötigt werden und weil es bei einigen auch Probleme in der Versorgungsqualität gibt“. Die KBV biete daher ihre Hilfe an, dort Klinikstrukturen sinnvoll abzubauen, wo es überschüssige Kapazitäten gebe. Nicht mehr benötigte Kapazitäten könnten, so Gassen weiter, für die ambulante vertragsärztliche Versorgung genutzt werden.

DKG spricht von „Unverschämtheit“

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) wertet die Aussagen des KBV-Chefs „als Unverschämtheit“, es sei ein „offensichtlicher Versuch der Ablenkung von den organisatorischen und personellen Problemen des KV-Systems“. DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum betonte, dass sich die Krankenhäuser – anders als im System der niedergelassenen Ärzte – einer umfassenden externen Qualitätssicherung stellten und die Ergebnisse in der Öffentlichkeit transparent machten. Ingo Morell, stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands, weist darauf hin, dass angesichts schwindender Arztzahlen in der Fläche die medizinische Versorgung in einigen Regionen schon jetzt gefährdet sei. Die kirchlichen Kliniken hätten an vielen Orten bereits äußerst erfolgreich Verbundstrukturen, auch mit dem niedergelassenen Bereich, realisiert.

Über das KVB-Positionspapier:

Die Delegierten der KBV-Vertreterversammlung haben das Positionspapier „Versorgung gemeinsam gestalten“ einstimmig verabschiedet. Die KBV nennt es einen ersten Meilenstein im Programm „KBV 2020“, das die Bundesvereinigung gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen entwickelt hat. In dem Papier werden folgende Themen behandelt:

  • die Zukunft des Sicherstellungsauftrags,
  • Aufgabenabgrenzung und Kooperationen zwischen Krankenhäusern und KVen,
  • Attraktivität des Arztberufs/Weiterbildung/angestellte Ärzte/nichtärztliche Gesundheitsberufe sowie
  • Koordination der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen.
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