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G-BA veröffentlicht DMP-Anträge

Bis zum 2. Mai konnten beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Vorschläge für neue, strukturierte Behandlungsprogramme (Disease-Management-Programme, DMP) eingereicht werden. Nun hat der G-BA offen gelegt, zu welchen Krankheiten.

Eingegangen sind insgesamt 31 DMP-Anträge zu einer Vielzahl von Indikationen. Teils wurden Krankheitsbilder mehrfach vorgeschlagen. Die Eingaben kamen sowohl von Organisationen als auch von Einzelpraxen oder sogar aus dem G-BA selbst. Anträge gibt es zu folgenden Erkrankungen: Restless Legs Syndrom, periphere arterielle Verschlusskrankheit, chronische Herzinsuffizienz, ADHS/ADS, chronische Sinusitis, Stürze, Allergie, chronische Rücken-/Kreuzschmerzen, Psoriasis, Rheumatoide Arthritis, Demenz, Adipositas, Schizophrenie, Alkoholabhängigkeit, arterielle Hypertonie, Prostatakrebs, chronische Niereninsuffizienz, obstruktive und zentrale Schlafapnoe, Anorexia Nervosa, Depressionen, Somatoforme/funktionelle Störungen, Parkinson, chronische ventilatorische Insuffizienz mit invasiver außerklinischer Beatmung sowie Nebennierenrindeninsuffizienz.

"Die Vielzahl eingereichter Themen belegt das große Interesse der Fachöffentlichkeit an den Programmen", freut sich Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA, die chronische Herzinsuffizienz als DMP vorgeschlagen hat. Aus Sicht der Vorsitzenden des zuständigen Unterausschusses hätten immer mehr medizinische Fachgesellschaften und ärztliche Berufsverbände erkannt, dass ein gutes Zusammenspiel zwischen Haus-, Facharzt und Krankenhaus Dreh- und Angelpunkt einer qualitativ besseren und wirtschaftlicheren Versorgung chronisch Kranker sei. Sämtliche Vorschläge sollen nun in den zuständigen Gremien des G-BA eingehend beraten und auf ihre Versorgungsrelevanz und Umsetzbarkeit hin überprüft werden. Wann Entscheidungen fallen, ist derzeit offen.

Hintergrund: Wichtigstes Ziel der DMP ist die Verbesserung des sektorenübergreifenden Behandlungsablaufs und der Qualität der medizinischen Versorgung von chronisch kranken Patienten. Bislang hat der G-BA die Anforderungen an DMP für Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 1 und 2), Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, KHK), chronischen obstruktiven Atemwegserkrankungen (Asthma bronchiale und COPD) und Brustkrebs formuliert. Für das DMP KHK wurde zudem das Modul chronische Herzinsuffizienz entwickelt. Seit 2012 ist der G-BA gesetzlich beauftragt, eigene Richtlinien zu den DMP zu beschließen. Die praktische Umsetzung in der Versorgung erfolgt auf Basis regionaler Verträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern vor Ort.

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