Klinik -

G-BA: Vermeidbare Fehler und Komplikationen verhindern

In Arztpraxen und Krankenhäusern gelten künftig neue Vorgaben zum Aufbau von Risikomanagement- und Fehlermeldesystemen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) erfüllt mit dem Beschluss fristgerecht einen Auftrag aus dem Patientenrechtegesetz, das im Februar 2013 in Kraft getreten ist.

Themenseite: Qualitätsmanagement

Dieses Gesetz sieht unter anderem vor, dass der G-BA Mindeststandards für Risikomanagement- und Fehlermeldesysteme in der medizinischen Versorgung GKV-Versicherter festlegt. So hat der G-BA in den Qualitätsmanagement-Richtlinien zur ärztlichen, zahnärztlichen sowie stationären Versorgung z.B. eine Risikoanalyse, -bewertung, -bewältigung und -überwachung sowie Schulungen der Beteiligten als Mindeststandards vorgegeben. Für Fehlermeldesysteme soll gelten, dass sie in Praxen und Kliniken niederschwellig zugänglich sind und Meldungen freiwillig, anonym und sanktionsfrei erfolgen können und dass daraus entsprechende Verbesserungen resultieren.

"Bei medizinischen Behandlungen wird es immer auch unerwünschte Nebenwirkungen und Behandlungsfolgen geben", sagt Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des G-BA. Die beschlossenen Regelungen sollten dazu beitragen, vermeidbare Fehler und Komplikationen zu verhindern. Klakow-Franck weiter: "Oft liegt eine Verkettung mehrerer kritischer Faktoren vor. Wenn z.B. eine Spritze verwechselt wird, liegt das in der Regel nicht allein daran, dass die Ampullen ähnlich aussehen." Unter Umständen werde zu viel Material auf kleinstem Raum gelagert oder es fehlten Checklisten. Auch überlastetes medizinisches Personal trage zur Fehlerentstehung bei. Als "Dreh- und Angelpunkt von Fehler- und Risikomanagement" sieht die Vorsitzende des G-BA-Unterausschusses Qualitätssicherung, "kritische Zwischenfälle nicht zu verschweigen, sondern im Hinblick auf fehlerbegünstigende Faktoren zu analysieren und Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten."

Auch bisher sind Vertragsärzte, -zahnärzte sowie Krankenhäuser schon verpflichtet, nach bestehenden Richtlinien des G-BA ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen. Die aktuellen Beschlüsse ergänzen diese Richtlinien. Sie werden dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt.

© hcm-magazin.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen