G-BA erhöht die Anforderungen für Herzklappeninterventionen

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G-BA und Leitlinien

Bei der Indikationsstellung, Durchführung sowie der stationären Nachbehandlung von Herzklappeninterventionen müssen sich Kliniken auf Veränderungen bei den Qualitätsvorgaben einstellen. Das gilt künftig für die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Anwesenheit beim Eingriff.

Bei Indikationsstellung, die Durchführung der Eingriffe sowie die stationäre Nachbehandlung von Herzklappeninterventionen sollen künftig verschärfte Anforderungen gelten. – © Sagittaria (Fotolia.com)

Für die kathetergestützte Aortenklappenimplantationen (TAVI) oder das Clipverfahren an der Mitralklappe (transvenöse Clip-Rekonstruktion der Mitralklappe) steigen die Anforderungen an Krankenhäuser. Das geht aus einer Richtlinie hervor, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen hat. Die Qualitätsvorgaben betreffen die Indikationsstellung, die Durchführung der Eingriffe sowie die stationäre Nachbehandlung der Patienten.

Dem G-BA zufolge bleibt für Patienten mit niedrigem Risikoscore der konventionelle Aortenklappenersatz durch eine offene Operation bis auf weiteres die Methode der Wahl. „Für ältere Patienten mit hohem Risikoscore, die eigentlich inoperabel sind, stellt die minimalinvasive Aortenklappenimplantation über einen Katheter inzwischen eine etablierte Behandlungsoption dar, bei der der Umstieg auf die offene Operation nur noch sehr selten notwendig ist“, sagt Dr. Regina Klakow-Franck. Das unparteiisches Mitglied des G-BA und die Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung betont: „Wir haben heute den bestmöglichen Sicherheitsstandard für die betroffenen Patienten beschlossen.“

Sämtliche Teammitglieder müssen anwesend sein

Der Richtlinie zufolge hat die Indikationsstellung zur TAVI interdisziplinär abgestimmt zwischen Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesiologie in dem sogenannten HEART-Team zu erfolgen. Während des Eingriffs müssen sämtliche Teammitglieder durchgehend anwesend sein.

Das sind die relevanten Übergangsfristen für Krankenhäuser

Lange hatte sich der G-BA mit der Frage befasst, ob Kardiologie und Herzchirurgie an der Klinik vorhanden sein müssen. Da Komplikationen auch nach dem Eingriff nicht ausgeschlossen seien, habe der Ausschuss den internationalen Leitlinien entsprechend festgelegt, „dass TAVI nur an Krankenhäusern mit beiden Fachabteilungen durchgeführt werden darf“, berichtet das unparteiische G-BA-Mitglied. „Für Krankenhäuser mit kardiologischen Fachabteilungen, die die TAVI seit dem 1. Januar 2013 bis zum 30. Juni 2014 bereits erbracht haben, aber diese Anforderung noch nicht erfüllen, haben wir eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2016 eingeräumt.““

Mindestanforderungen für Clipverfahren an der Mistralklappe

Bis dahin müssten diese Häuser sicherstellen, dass die herzchirurgische Versorgung durch Kooperationsvereinbarungen verfügbar sei, so Klakow-Franck. Beim Clipverfahren an der Mitralklappe gilt: Das durchführende Krankenhaus muss mindestens über eine der beiden Fachabteilungen verfügen. Ergänzend sind in diesem Fall Kooperationsvereinbarungen mit externen Fachabteilungen zu schließen.

Da Indikationsstellung, Durchführung und Nachbehandlung kontinuierlich spezifische fachärztliche und (intensiv) pflegerische Expertise benötigen, werden zudem detaillierte Anforderungen an die Qualifikation und Verfügbarkeit des Personals gestellt.