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Fünf Wissenschaftler dürfen Neugeborenen-Hörscreening evaluieren

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den Auftrag für die Evaluation des Neugeborenen-Hörscreenings vergeben. Den Zuschlag in dem europaweiten Ausschreibungsverfahren hat eine Bietergemeinschaft von Wissenschaftlern aus Epidemiologie, Pädaudiologie, Medizin, Datentracking, Informationstechnologie und Biometrie erhalten.

Das Neugeborenen-Hörscreening ist auf Landesebene organisiert, die Datenerfassung ist heterogen und von unterschiedlicher Qualität. Ziel des auf zwei Jahre angelegten Projekts ist u.a. das Hörscreening an Hand der Darstellung und Bewertung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zu beurteilen. Darüber hinaus sollen Fragen hinsichtlich der Optimierung von Screening-Abläufen beantwortet sowie Qualitätsstandards aus der Evaluation abgeleitet werden.

"Die gesamte Evaluation soll so transparent wie möglich gestaltet werden. Es gibt ein großes Interesse an der Vereinheitlichung der Qualitätsstandards dieser Screening-Maßnahme", sagt Dr. Uta Nennstiel-Ratzel. Sie ist Sprecherin der Bietergemeinschaft und arbeitet als Epidemiologin am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Fünf Wissenschaftler evaluieren gemeinsam

Dr. Uta Nennstiel-Ratzel wird die Untersuchung gemeinsam mit Dr. Inken Brockow (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit), Prof. Dr. Antoinette am Zehnhoff-Dinnessen, Peter Matulat (beide Westfälische Wilhelms-Universität Münster) sowie Prof. Dr. Ulrich Mansmann (Ludwig-Maximilians-Universität München) vornehmen.

Aus Sicht von Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des zuständigen Unterausschusses, hat die Bietergemeinschaft "mit ihrer fundierten Kenntnis der Screening-Praxis sowie medizinischer und statistischer Expertise, besonders aber in der Darstellung der Umsetzungsproblematik der Untersuchung überzeugt“.

In Deutschland wird etwa eines von 1.000 Kindern mit einer beidseitigen Hörstörung geboren. Bleibt die Schädigung unentdeckt und wird deshalb nicht frühzeitig behandelt, kommt es neben Entwicklungsstörungen vor allem zu Sprachstörungen.

Erkrankung rechtzeitig feststellen

Je früher die Erkrankung festgestellt und behandelt wird, desto besser kann den Kindern geholfen werden. Bei dem Hörscreening wird das Hörvermögen von Neugeborenen durch verschiedene Messverfahren und mit Hilfe von Sondentönen systematisch geprüft. Es ist seit 2009 eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

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