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Lesetipp Führungsstile: So spielt die Musik

Führungskräfte lesen in "Das Peripetie-Prinzip" Tipps und Tricks aus unterschiedlichen Wirkungskreisen. Die Autoren, die Brüder von Hoensbroech, kommen aus unterschiedlichen Branchen. Im Management und als Unternehmensberater haben sie Erfahrungen gesammelt und bündeln sie erstmals in einem gemeinsamen Buch.

Im Mittelpunkt der rund 200 Seiten steht das Peripetie-Prinzip. Da das Fremdwort nicht allen geläufig sein wird, wird es auf dem Einband erklärt.

"Peripetie bezeichnet den (meist plötzlich eintretenden) Umschlag der dramatischen Handlung." Hier: zur Lösung eines Problems.

Es bedarf etwas Geschick um über die Kunst wirksamer Führung der drei Brüder von Hoensbroech zu lesen. Der Buchrücken beschreibt eine Art Klammer, welche die Verbindung der drei Buchteile herstellt. Jeder Autor beschreibt aus seiner Sicht die Wirkung verschiedener Führungsstile. Die Perspektiven sind geprägt von den Werdegängen der drei Autoren.

Drei Brüder, drei Welten

Severin von Hoensbroech, der Diplom-Psychologe, Schauspieler, Moderator und Regisseur, fokussiert sich im ersten Teil des Buches auf die Wirkung des Vorgesetzten auf der Bühne – vor Publikum. Wie kann der Manager seine Informationen so rüberbringen, ohne bei den Zuhörern Langeweile aufkommen zu lassen?

Der geschäftsführende Direktor am Konzerthaus Berlin und promovierter Musikwissenschaftler, Raphael von Hoensbroech, beschreibt, auf was Manager bei der Interaktion mit ihrem Team achten müssen. Als Dirigent und Geigenspieler zeigt er, beispielhaft an Erfahrungen mit Orchestern auf, was es heißt eine gute Führungskraft zu sein. Im hinteren Teil des Buches widmet er sich aber auch Fallstricken, über die Vorgesetzte fallen können.

Alexis von Hoensbroech, promovierter Astrophysiker und CCO der Lufthansa Cargo AG, garniert die Aspekte der wirksamen Führung mit Erfahrungen aus der Praxis. Im Layout abgehoben, durch eine andere Farbwahl. Er erbringt die Transferleistung zu eigenen Erfahrungen aber auch historischen Geschehnissen.

Wie man nicht führen sollte

Raphael von Hoensbroech thematisiert in seiner Buchhälfte Führungsfallen, wie etwa die der übermäßigen Machtdemonstration am Beispiel von Orchestern. Dirigenten, so schreibt er, wollen ihrem Führungsanspruch vor diesem oft durch eine verstärkte Ausübung eben jener zum Ausdruck bringen. Das kann die Musiker aber Kreativität kosten, da sie aus Angst vor ihrem Chef nichts Neues wagen. Das kann aber auch nach Hinten losgehen: In dem Moment, in dem die Musiker merken, dass die Kraft  und Intensität des Spieles von ihnen ausgehen. Ein guter Dirigent (= Chef) nutzt seine Macht nicht aus. Er setzt sie nicht permanent und willkürlich ein, sondern der situationsbedingt und präzise. Gibt er einen Schwall von Vorwürfen gegen einen oder mehrere Untergebene von sich, schalten diese ab und die eigentliche Kritik kommt nicht an.

Alexis von Hoensbroech zeichnet mit seiner Anekdote aus dem Leben von Einstein eine weitere Form von Führungsstärke. Dass er sich nicht an bekannte Theorien gehalten hat, sondern seine eigenen Visionen verfolgt hat, ist eine weitere Stärke, die gute Manager ausmacht. Das ist die Aufgabe der Führungskräfte, neue Sichtweisen voranzutreiben; für das Tagesgeschäft hat er Mitarbeiter wie Alexis schreibt.   

Buchtipp
von Hoensbroech S., R. & A. (2017) Das Peripetie-Prinzip. Die Kunst wirksamer Führung. Hamburg: Murmann Verlag. ISBN: 978-3-86774-571-0

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