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Frühgeborenen-Versorgung: Personalschlüssel für Kliniken festgelegt

Festgeschrieben ist künftig ein Personalschlüssel für die Versorgung von intensivtherapiepflichtigen und intensivüberwachungspflichtigen Frühgeborenen in Perinatalzentren der Stufe 1 und 2.

Frühgeborenen-Versorgung: Personalschlüssel für Kliniken festgelegt

Demnach muss verpflichtend eine Kinderkrankenpflegekraft ein intensivtherapiepflichtiges Frühgeborenes versorgen. Für intensivüberwachungspflichtige gilt ein Schlüssel von eins zu zwei. Ab dem 1. Januar 2017 ist die Regelung verpflichtend, mit Begründung kann bis zum 31. Dezember 2016 davon abgewichen werden.

Klargestellt ist künftig auch, wie Krankenhäuser mit Risikopatientinnen umgehen müssen. Erfüllt eine von den werdenden Müttern aufgesuchte Einrichtung die Anforderungen zur Behandlung der jeweiligen Risikosituationen nicht und bedarf es einer Krankenhausbehandlung, so muss künftig die Schwangere unverzüglich in eine entsprechend qualifizierte Einrichtung transportiert werden. "Mit dieser Stringenz war das nicht in der alten Richtlinie geregelt", sagt Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des G-BA. Wenn ein Frühgeborenes – ohne längere Voranmeldung – plötzlich und unerwartet in einem Krankenhaus zur Welt kommt, das nicht ein Level-1 oder Level-2-Haus ist, sei das Frühgeborene zu stabilisieren und dann aber sobald wie möglich in ein entsprechendes Zentrum zu verlegen, ergänzt Dr. Bernd Metzinger, Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Der unparteiische Vorsitzende Josef Hecken zeigt sich von der Einigung im Gremium erfreut und sieht dadurch eine Verbesserung der Versorgungsqualität. Die Überwachung werde "dichter", Verzögerungen und Wartezeiten von 10, 20, 30 Sekunden oder mehreren Minuten seien „nicht hinnehmbar“, sagt er.

Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Die in "Qualitätssicherungs-Richtlinie Früh- und Reifgeborene (QFR-RL)" umbenannte Richtlinie betrifft ungefähr 320 Perinatalzentren der Stufen 1 und 2. 2011 kamen nach G-BA-Angaben in Deutschland rund 10.000 Frühgeborene zur Welt.

Der Beschlusstext sowie die Beschlusserläuterung werden in Kürze auf folgender Seite im Internet veröffentlicht: http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-aufgabenbereich/18/

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