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Brandschutz Fremdfirmen auf die Finger schauen

Beim sensiblen Thema Brandschutz im Krankenhaus sollten die Verantwortlichen Fremdfirmen unbedingt mit auf dem Schirm haben. Brandgefährliche Tätigkeiten dürfen Handwerker nicht unbeaufsichtigt durchführen.

Topic channels: FKT und Risikomanagement

Keiner, von dem nicht vorher abgefragt wurde, was er hier macht, kommt bei uns überhaupt aufs Gelände“, betonte der Brandschutzbeauftragte der Kliniken Köln, Detlef Mertens, auf der jüngsten Fortbildungsveranstaltung der FKT-Regionalgruppe NRW-Süd. Mit von den Handwerkern auszufüllenden Checklisten klärt er im Vorhinein, welche Arbeiten sie durchführen, ob und welche (Brand-)Gefahren von den geplanten Tätigkeiten ausgehen. Brandgefährlich sind alle Arbeiten mit hohen Temperaturen wie Schweißen, Löten, Flämmen, Schleifen, Folienschrumpfen, Auftauen oder Heißlufttechnik. Unkenntnis über die möglichen fatalen Folgen und unsichere Arbeitsmittel sind die Gründe, warum solche Maßnahmen immer wieder zu Bränden führen.

Ohne Koordinator läuft nichts

Wenn bei der Vergabe von Arbeiten an Fremdfirmen eine gegenseitige Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann, muss der Unternehmer einen Koordinator bestellen. Bei feuergefährlichen Arbeiten ist, da hier eine Gefährdung nie ausgeschlossen werden kann, immer ein entsprechender Koordinator zu benennen – schriftlich! Ist bei Arbeiten die Brand- und Explosionsgefahr nicht restlos beseitigt, dürfen diese Arbeiten nur mit schriftlicher Genehmigung durchgeführt werden. Die Aufsicht ist nur Personen zu übertragen, denen die entsprechenden Gefahren bekannt sind.

Vorsicht walten lassen

Die Arbeitsstelle muss freigemacht, brennbare Gegenstände, lagernde feuergefährliche Stoffe sowie auch Staub und Abfälle entfernt werden. Ortsfeste brennbare Bauteile wie Balken, Holzwände oder Isolierungen müssen mit Schutzbelägen wie Brandschutzdecken, Blechtafeln etc. abgedeckt werden. Decken- und Wanddurchbrüche, Fugen und Ritzen, Kabelschächte und Kanäle müssen mit Lehm, feuchter Erde oder Gips abgedichtet werden. Für die Arbeiten muss eine Brandwache mit Löschgeräten beauftragt werden. Das Umfeld sollte laufend auf Entstehungsbrände geprüft werden. Nachkontrollen sind für einen Zeitraum von einer Stunde vorgeschrieben, sinnvoll seien aber durchaus zwei Stunden, führte Mertens auf der jüngsten Fortbildungsveranstaltung der Regionalgruppe NRW-Süd weiter aus. Natürlich müssen diese Maßnahmen für einen sicheren Einsatz von Fremdfirmen sorgfältig dokumentiert werden. Im Ernstfall riskiere man sonst, dass Versicherungen einen damit verbundenen Schaden nicht oder nicht vollständig regulieren.

Muster für die Gefährdungsbeurteilung der Arbeiten von Fremdfirmen stellen die Berufsgenossenschaften zur Verfügung. Diese müssen aber noch an die speziellen Begebenheiten der einzelnen Krankenhäuser angepasst werden. Für Mitglieder der Krankenhaustechnikerverbände in der DACH-Region stellt Mertens seine Checklisten für den sicheren Einsatz von Fremdfirmen auf der Wissensdatenbank Technik im Gesundheitswesen als Muster zur Verfügung.

Sie finden diese Informationen unter https://wtig.org in der Rubrik Brandschutz.Maria Thalmayr

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