Forschung -

Forschungsprojekt soll Demenz früher erkennen helfen

Mit NeuroCare ist ein neues Verbundprojekt zum technikunterstützten Leben im Alter gestartet. Das Forschungsvorhaben wird vom BMBF gefördert und hat zum Ziel, Demenz durch den Einsatz neuer Technologien frühzeitig zu erkennen und den Krankheitsverlauf durch computergestütztes Gedächtnistraining hinauszuzögern.

Eine beginnende Demenz zu erkennen, ist nicht einfach – besonders Angehörige tun sich häufig schwer, da sie sich mit dem Krankheitsbild nicht auskennen und manche Verhaltensweisen zunächst falsch interpretieren. Gleichzeitig belegen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass bei Demenz gerade im frühen Stadium kognitives Training sehr sinnvoll ist. Das Projekt NeuroCare setzt hier an: Über Ärzte, die in Kontakt mit Betroffenen stehen und über eine spezielle Website (NeuroCare Portal), die nicht nur Informationen zu Demenz bietet, sondern auch Austausch und Kontakt ermöglicht, sollen betroffene Familien angesprochen werden.

Kognitive Veränderungen erkennen

Über das Webportal sollen Angehörige auf einen – in der Grundversion kostenfreien – Test zugreifen können, der kognitive Veränderungen erkennen hilft und ggf. die Diagnose durch einen Facharzt empfiehlt. Für diesen NeuroCare-Assistenten soll im Projektrahmen eine EDV-Version praxisbewährter Screening-Instrumente entwickelt werden, wie sie z.B. in Gedächtnisambulanzen zum Einsatz kommen.

Gezieltes Gedächtnistraining zuhause

Mit dem NeuroCare Trainer kann auf einem Tablet-PC das Gedächtnis gezielt trainiert werden. Gleichzeitig lassen sich mit der Software Veränderungen der kognitiven Kompetenz beobachten. Ein Vorteil des Tablets: Anstatt in den Räumen einer Praxis oder einer Klinik kann das Training in den eigenen vier Wänden stattfinden – und dennoch können dem Arzt verlässliche Daten zur Verfügung gestellt werden.

"Das Training kann bei gesunden Senioren zur Prävention eingesetzt werden – und wenn eine beginnende Demenzerkrankung vorliegt, hilft es, das Gedächtnis zu stärken", erklärt Ingrid Hastedt, Vorstandsvorsitzende des Projektkoordinators Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg.

Kurse zum Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen

Ein vierter Projektbaustein besteht in der Entwicklung sogenannter NeuroCare Lernmodule, die z.T. vom Bildungszentrum Wohlfahrtswerk und von ProLog als Präsenzveranstaltung und zum Teil per E-Learning über das Webportal angeboten werden sollen. Angehörige können hier z.B. Kurse zum Umgang mit demenzkranken Menschen besuchen. Sowohl die Trainings- als auch die Lernmodule sollen mit dem NeuroCare Konfigurator (basierend auf StoryTec) für die plattformunabhängige Nutzung erstellt werden.

An dem auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekt wirken insgesamt acht Projektpartner aus Wissenschaft, Industrie und Praxis zusammen. Weitere Informationen bietet die sich im Aufbau befindende Projekthomepage.

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