Forschung -

Forschungsprojekt: Einkaufsprozesse in Krankenhäusern transparenter gestalten

Die Leitung des für drei Jahre angelegten Projekts liegt bei Dr. Sylvia Thun, Professorin für Informations- und Kommunikationstechnologie im Gesundheitswesen.

Themenseite: Einkauf

Ziel des Projekts ist es, einheitliche Standards zu entwickeln, um Geschäftsprozesse im Gesundheitswesen transparenter und effektiver abwickeln zu können. "Dazu schauen wir uns Patientenverläufe im niedergelassenen Bereich und in den Krankenhäusern an", erklärt Thun. Sie treibt gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Hubert Otten, Professor für Technische Systeme, Betriebsorganisation und Logistik im Gesundheitswesen, das mit 1,5 Millionen Euro bezuschusste Drittmittelprojekt voran.

Zunächst geht es dabei um alltägliche Prozesse: Wie laufen Einkäufe z.B. von Knie-Prothesen ab? Wie beschaffen Krankenhäuser ein neues CT-Gerät? Die Wissenschaftler wissen oft aus eigener Erfahrung, dass Kliniken dabei gerne auf bewährte Lieferanten zurückgreifen. Sie vergleichen keine Preise und riskieren damit, höhere Preise zu zahlen als sie es bei einem anderen Hersteller müssten. "Es gibt keine einheitlichen Vorgaben für Beschaffungsprozesse im Gesundheitswesen. Im Allgemeinen gibt es auch keine kostenträgerbezogene Verbrauchszuordnung, was wiederum die wirtschaftliche Analyse und damit eine betriebswirtschaftliche Steuerung erschwert", sagt Thun. Problematisch ist dies v.a. für die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Sie haben – im Gegensatz zu den großen etablierten Medizintechnikherstellern – oft Probleme in dem umkämpften Markt Fuß zu fassen. Einheitliche Standards könnten daher v.a. ihnen zugutekommen.

Im Rahmen des Projekts soll ein Leitfaden erstellt werden. Dieser soll den Unternehmen beschreiben, was ihr Produkt können muss, um auf dem Markt bestehen zu können. Ein weiteres Projektziel ist ein Demozentrum am Fachbereich Gesundheitswesen der Hochschule Niederrhein. Dort soll eine Infrastruktur aufgebaut werden, mit der sich interessierte Unternehmen mit dem Workflow einer Klinik vernetzen können.

Für die Prozessanalyse suchen die Wissenschaftler noch Einrichtungen in der Region, die an dem Projekt mitwirken möchten. Interessierte wenden sich bitte an Prof. Dr. Sylvia Thun: sylvia.thun@hs-niederrhein.de  

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