Forschung -

Forschungsergebnisse zu Demenz kompakt aufbereitet

Das DZD ist eine Säule der 2004 gegründeten Landesinitiative Demenzservice NRW und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis. Der erscheinende Newsletter gehört zur Arbeit des Instituts im Bereich der Wissensvermittlung an Praktiker.

Themenseite: Alterskrankheiten

In dieser Ausgabe (Download: http://dzd.blog.uni-wh.de/files/2013/12/2.-Newsletter-2013.pdf) geht es u.a. darum wie Demenzpatienten mit leichter und mittlerer Erkrankung ihre eigene Identität erfahren: Entgegen bisherigen Annahmen passen diese ihr Selbstbild der Erkrankung an und halten nicht nur an alten erlernten Mustern fest. Für alle im Gesundheitswesen Tätigen ist es wichtig zu begreifen, dass die Aufrechterhaltung des eigenen Selbst ein wesentlicher Arbeits- und Lebensinhalt von Menschen mit Demenz darstellt, den es zu unterstützen gilt und der nicht untergraben werden sollte, indem die Person als defizitär, unkooperativ, schwierig oder dysfunktional dargestellt wird. Oder es geht um Halluzinationen. Mit diesem Wort beschreiben Pflegende gerne, wenn Demenzpatienten scheinbar grundlos und spontan z. B. mit nicht-anwesenden Personen reden. Die Autoren der amerikanischen Studie warnen davor, solche Einstufungen zur Grundlage einer Einschätzung der Gesundheit der Patienten zu machen – zu wenig sei bisher über den Auslöser dieses Verhaltens bekannt.

In einer anderen Studie räumt die Zusammenfassung der DZD-Forscher mit dem Vorurteil auf, man könne die Lebenserwartung eines Patienten mit Demenz einschätzen: Alter und Schwere der Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose sagen nichts über die Lebenserwartung aus. Auch falsch: Von Symptomen auf die Schwere der Erkrankung schließen zu wollen. Die Auflistung einzelner Symptome und die allgemeine Charakteristik der Schweregrade macht es schwer, die Zusammenhänge zwischen Funktionsausfällen und Symptomatiken insgesamt zu durchdringen und zu verstehen. Weitere Themen: "Pflegende und Ärzte greifen bei herausforderndem Verhalten in der Praxis gerne auf Psychopharmaka zurück" oder auch "Alkoholkonsum und Stress".

Forschungsresultate dieser Art sind für Pflegende und Betreuende nicht leicht zugänglich. Der Newsletter des Dialogzentrums Demenz mit dem Forschungsmonitoring versucht, hier eine Lücke im Wissenstransfer zu schließen. Pro Newsletter werden 20 bis 30 Studien aus der Pflege- und Versorgungsforschung vorgestellt, die praxisbedeutsam sind und die Argumentationsfähigkeit der praktisch Tätigen erhöhen. Der Newsletter kann kostenfrei heruntergeladen bzw. abonniert werden unter: www.dialogzentrum-demenz.de

Weitere Informationen bei: Detlef Rüsing, Telefon 0 23 02/92 63 06, dialogzentrum@uni-wh.de

Dialogzentrum-Online

web: www.dialogzentrum-demenz.de

facebook: www.facebook.com/DialogzentrumDemenz

twitter: twitter.com/DemenzDialog

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