Politik -

Folgeverordnungen von Hörhilfen

Muss bei Folgeverordnungen von Hörhilfen ein Arzt konsultiert werden? Mit dieser Frage hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bei seiner Beschlussfassung zur Änderung der Hilfsmittel-Richtlinie auseinandergesetzt.

Bei einer erstmaligen Verordnung von Hörhilfen gelte der sogenannte Arztvorbehalt, hier müsse die Ursache des Hörverlustes immer durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt abgeklärt werden, so der G-BA.

Bei einer Folgeverordnung muss dagegen in bestimmten Fällen ein Facharzt aufgesucht werden, damit die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten übernimmt. "Es ist im Sinne der Patientinnen und Patienten, in bestimmten Fallkonstellationen auch bei einer Folgeversorgung mit Hörhilfen die fachärztliche Expertise verpflichtend vorzusehen", erläutert Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA. Medizinisch geboten sei dies aus Sicht des G-BA bei der Hörgeräteversorgung von Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, bei neu aufgetretenem Tinnitus sowie bei einer signifikanten Verschlechterung der Hörfähigkeit (sogenannter WHO-Grad IV). In allen nicht ausdrücklich genannten Fallkonstellationen hält das Gremium eine Folgeversorgung – sofern der Patient das wünscht – durch Hörgeräteakustiker für ausreichend. Patienten sei es jedoch freigestellt, in allen Fällen einen Facharzt aufzusuchen.

Mit den Änderungen setzt der G-BA die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen der Rechtsaufsicht erteilten Maßgaben zur Neufassung der Hilfsmittel-Richtlinie um. Der Beschluss wird dem BMG zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

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