Recht -

Fallzusammenführung bei Rückverlegung

Wenn ein Patient innerhalb von 30 Tagen von einem zweiten Krankenhaus zum erstbehandelnden Krankenhaus zurückverlegt wird, muss eine Fallzusammenführung vollzogen werden.

Themenseite: Krankenhausfinanzierung

Wird ein Patient aus einem Krankenhaus in ein anderes Krankenhaus verlegt und von diesen innerhalb von 30 Kalendertagen ab dem Entlassungsdatum eines ersten Krankenhausaufenthalts in dieses Krankenhaus zurückverlegt ( Rückverlegung), hat das wiederaufnehmende Krankenhaus die Falldaten des ersten Krankenhausaufenthalts zusammenzufassen und eine Neueinstufung in eine Fallpauschale durchzuführen. Dabei ist die Verweildauer der Versicherten um die Tage zu kürzen, in denen keine medizinische Behandlungsbedürftigkeit bestand.

Beraterhinweis: Die Regelungen der FPV sind so angelegt, dass über die Fallzusammenführung anhand von DRG-Nummern und konkreten Fristen entschieden wird. Beurteilungsspielräume der Betroffenen und somit Streit zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern sollen auf diese Weise vermieden werden. Dieses Ziel würde konterkariert, wenn jeweils im Einzelfall geprüft werden müsste, ob es sich bei einer innerhalb der 30-Tage-Frist liegenden Rückverlegung tatsächlich um eine Rückverlegung im eigentlichen Sinne handelt. Es müsste geprüft werden, ob tatsächlich die medizinische Notwendigkeit einer Verlegung der Versicherten in ein anderes Krankenhaus bestand oder ob die Versicherte hätte entlassen werden können.  

LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 10. Dezember 2014 - L 1 KR 330/13 Revision anhängig: B 1 KR 13/15 R

Kontakt zum Autor
Dr. Tobias Weimer, M.A., Fachanwalt für Medizinrecht, c/o WEIMER I BORK – Kanzlei für Medizin-, Arbeits- & Strafrecht, Frielinghausstr. 8, 44803 Bochum; weimer@kanzlei-weimer-bork.de; Infos unter: www.kanzlei-weimer-bork.de

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