Menschen ohne Papiere oder Versicherung Fachtagung: „Gesundheit ist kein Luxus!“

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Rund 120 Fachleute aus Deutschland und Europa befassen sich auf einer Fachtagung in Berlin mit der Frage, wie die medizinische Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltspapiere oder Krankenversicherung verbessert werden kann.

Menschen ohne Papiere und „undokumentierte Migranten“ haben in Deutschland kaum Zugang zu medizinischer Behandlung. Diesen Menschen steht zwar nach dem Asylbewerberleistungsgesetz eine gewisse Versorgung zu, viele gehen jedoch aus Angst vor Abschiebung nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus. Denn wer sich in Behandlung begibt, zeigt sich quasi selbst an. Die Daten gelangen via Sozialamt zur Ausländerbehörde. Geltendes Recht verhindert also die Behandlung kranker Menschen ohne Aufenthaltspapiere oder Krankenversicherung. Das führt zu vermeidbaren Erkrankungen wie Aids und begünstigt die Verbreitung von Infektionen wie HIV.

„Gesundheit ist kein Luxus!“

Unter diesem Titel laden die Deutsche AIDS-Hilfe und die Bundesinitiative „HIV und Migration“ zu einer Fachtagung am 10. Dezember in Berlin ein. Fachleute aus Deutschland und Europa überlegen gemeinsam, wie die medizinische Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltspapiere oder Krankenversicherung verbessert werden kann. Experten erläutern dabei, warum eine reguläre medizinische Versorgung ethisch, epidemiologisch und ökonomisch geboten ist und wie die Lösung des Problems in Deutschland aussehen könnte.