Stellungnahme Expertenrat: Post-Covid-Versorgung mangelhaft

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Corona-Pandemie

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung kritisiert die Versorgungssituation von Patientinnen und Patienten mit Covid-19-Folgebeschwerden. Das Angebot sei „bei Weitem nicht ausreichend“. Nachholbedarf gebe es auch bei Forschung und Kommunikation.

Flächendeckende Versorgungsangebote für Menschen mit Covid-19-Folgebeschwerden sollten aus Sicht des Expertenrats der Bundesregierung dringend aufgebaut werden. – © DonkeyWorx (stock.adobe.com)

Long- und Post-Covid werden aus Sicht des Expertenrats „eine langfristige Belastung der Gesellschaft sowie des Gesundheits- und Sozialversicherungssystems“ darstellen. Vor der Pandemie habe man mit 250.000 Betroffenen mit Myalgischer Encephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom gerechnet, darunter etwa 40.000 Kinder und Jugendliche. Die Zahl werde jetzt jedoch deutlich ansteigen. Angesichts dessen „ist das derzeitige Versorgungsangebot jedoch bei Weitem nicht ausreichend“, kritisiert der Rat in seiner neunten Stellungnahme.
Problematisch seien auch die begrenzten wissenschaftlichen Erkenntnisse und mangelnde Kommunikation zum Thema: „Ungenügende Aufklärung sowie mangelnde Schulung von Risikopersonen, Betroffenen und Versorgenden bergen ein hohes Risiko für schwere Erkrankungen, Fehlversorgung und Stigmatisierung.“

Expertenrat empfiehlt flächendeckende Versorgungsstrukturen

Es sei dringend nötig, flächendeckende, intersektorale und interdisziplinäre Versorgungsstrukturen zu etablieren.

Außerdem empfehlen die Experten den Aufbau und die Refinanzierung ambulanter und stationärer Strukturen an Kliniken zur Bündelung der Fachexpertise und Verbesserung des Behandlungsangebots. Diese Strukturen benötigten konsentierte Qualitätskriterien in der Behandlung von Long- und Post-Covid und müssten eng verzahnt werden. Die Forschungsförderung müsse ausgeweitet werden.

Unter Long-Covid versteht der Expertenrat mit einer SARS-CoV-2-Infektion assoziierte Symptome, die noch länger als vier Wochen bestehen.
Als Post-Covid werden „anderweitig nicht erklärbare Symptome“ noch drei Monate nach der SARS-CoV-2-Infektion verstanden, die zu relevanten Einschränkungen im Alltag führen.
Die Mehrheit der Betroffenen mit schwerem, intensivpflichtigem Verlauf entwickele Langzeitkomplikationen, während nach einer milden Infektion etwa zehn Prozent die Kriterien für Post-Covid erfüllten.

Die Stellungnahme finden Interessierte mit einem Klick hierauf.