Studie der City University London Evidenzbasierte Praxis rettet Leben

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Patientensicherheit

Wenn Ärzte ihre Arbeitsweise bewusst auf evidenzbasierte Versorgung umstellen, können sie ihre Patienten effizienter versorgen. Das zeigt jetzt eine Studie der City University London und Krankenhausärzten in Spanien. Die evidenzbasierte Praxis könne nicht nur den Behandlungserfolg verbessern sondern auch Leben retten.

EBP-Ärzte erzielen bessere Behandlungserfolge bei ihren Patienen, als solche, die auf die Standardpraxis setzen. EBP senkt die Patientenmortalität und verringert Krankenhausaufenthalte, so lautet das Ergebnis einer neuen Studie. – © Maksim Kabakou (Fotolia.com)

Evidenzbasierte Versorgung bzw. evidenzbasierte Praxis (EBP) verkürzt Krankenhausaufenthalte ohne in der Folge die Krankenhaus-Wiederaufnahmerate ansteigen zu lassen. Das hat eine aktuelle Studie der City University London mit spanischen Krankenhausärzten gezeigt. Die neue Forschungsarbeit analysiert ein natürliches Experiment in einem baskischen Krankenhaus. Dort wurde im Jahr 2003 ein Teil der Abteilung für Innere Medizin umstrukturiert, um eine EBP-Einheit einzurichten. Der Rest der Abteilung blieb unverändert. Die EBP-Einheit behandelte bis 2012 ähnliche Fälle wie der unverändert weitergeführte Teil der Abteilung. Das habe die Ergebnisse und Aktivitäten vergleichbar gemacht. Die Forscher verwendeten routinemäßig erfasste Statistiken aus den Jahren zwischen 2004 und 2011 und verglichen die Ergebnisse der verschiedenen Praxismethoden. So überprüften sie z.B. ob die Ergebnisse der von der evidenzbasierten Praxis (EBP)-Einheit behandelten Patienten von denen der Patienten mit der Standardpraxis (SP) abwichen. Nach Einrichtung der Einheit sank die Mortalität der Patienten, die von EPB-Ärzten behandelt wurden von 7,4 Prozent auf 6,3 Prozent und die Dauer des Aufenthalts im Krankenhaus von 9,15 Prozent auf 6,01 Tage. Eine statistisch signifikante Verbesserung habe man bei der Leistung der anderen Ärzte nicht beobachten können.

EBP lässt Todesrisiko sinken

EBP-Patienten hatten ein klinisch und statistisch signifikant geringeres Todesrisiko als die Patienten, die eine Standardbehandlung erhalten haben, sowie einen kürzeren Krankenhausaufenthalt. Beim Anteil der aufgenommenen Patienten oder der Komplexität der Behandlung habe es zwischen den beiden Abteilungen keinen Unterschied gegeben.

Forscher und Ärzte von EBP überzeugt

„Unsere Forschung zu den Behandlungserfolgen bei Patienten nach der Einrichtung einer Abteilung für evidenzbasierte Praxis zeigt, dass die EBP-Ärzte nicht nur doppelt so viele Patienten behandeln als die anderen Ärzte, sondern zudem, dass die von ihnen behandelten Patienten ein geringeres Todesrisiko hatten und nicht so lange im Krankenhaus bleiben mussten wie andere vergleichbare Patienten“, erklärt Amanda Burls, Professorin für Öffentliches Gesundheitswesen an der School of Health Sciences der City University London und Kuratorin der Studie. Dr. Kepa Aranegi, einer der Ärzte an der EBP-Abteilung, zeigt sich zufrieden mit der Behandlungsweise: „Die Schulung in evidenzbasierter Medizin hat mir beim Management von Unsicherheiten in der Diagnose, Behandlung und Prognose bei den Krankheitsbildern meiner Patienten sehr geholfen.“