Fachkräftemangel -

Pflegekraft schreibt Buch "Euren Applaus könnt ihr euch sonst wohin stecken"

Nach ihrem viralen Facebook-Post im März, hat die Berliner Pflegekraft Nina Böhmer nun ein Buch veröffentlicht. Darin schildert sie, was im Gesundheitswesen schief läuft und die emotionale Geschichte, hinter ihrer "Wutbotschaft".

Topic channels: Fachkräftemangel und Corona-Pandemie

Während der Corona-Krise wurden Pflegende als Helden gefeiert und ihnen wurde auf Balkonen applaudiert. Ein paar Monate später ebbt der „Hype“ um die Pflegenden wieder ab und Maskenverweigerer beherrschen die Medien. Dass einfaches Klatschen die Probleme der Pflegekräfte (u.a Fachkräfte- und Materialmangel) nicht lösen kann, schrieb die Berliner Pflegekraft Nina Magdalena Böhmer bereits im März in einem viralen Facebook-Post: „…euer Klatschen könnt ihr euch sonst wo hinstecken ehrlich gesagt.“ Nun hat sie ein Buch unter diesem Titel veröffentlicht.

Einladung von Jens Spahn

Im Buch beschreibt Böhmer ihren stressigen Arbeitstag, (Alltags-)Sexismus am Arbeitsplatz und ein auf Profit ausgerichtetes Gesundheitssystem. Ihren Fokus liegt sie dabei auf die Zeit während des Lockdowns. Mitte August war die 28-Jährige zu Gast bei Jens Spahn, der sie in das Gesundheitsministerium eingeladen hat. Auf Facebook teilt sie anschließend ihren Followern mit: „Ich muss sagen, wir hatten ein gutes Gespräch und ich wurde auch sehr herzlich empfangen. Der Inhalt war sehr persönlich und informell, es war mehr ein Austausch. Aber nun weiß ich, dass es noch ewig dauern wird, bis sich wirklich etwas ändert für uns alle.“

Zusammenhalten und Druck aufbauen

Aus diesem Grund fordert die junge Frau alle Pflegefachpersonen auf, sich zu organisieren: „Umso mehr bin ich auch davon überzeugt, dass wir unser Schicksal nicht der Politik überlassen sollten. Wir müssen uns zusammentun, wir müssen zusammenhalten und uns mehr organisieren, um so schnell wie möglich Verbesserungen zu schaffen. Wir sind diejenigen, die es besser als jeder Politiker wissen was zu tun ist und wie wir was zum Besseren verändern können. Lasst uns zusammen Druck aufbauen und etwas ändern!“

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