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MDK-Behandlungsfehler-Begutachtung Etwas mehr bestätigte Behandlungsfehler 2019

Wegen vermuteter Behandlungsfehler haben Experten der Krankenkassen im vergangenen Jahr etwas mehr Fälle begutachtet - in jedem fünften bestätigten sich dadurch entstandene Schäden.

Themenseite: Patientensicherheit

Insgesamt wurden nach Patientenbeschwerden 14.553 Gutachten erstellt, wie der Medizinische Dienst der gesetzlichen Krankenkassen (MDK) am Donnerstag (25.06.2020) mitteilte. In 2.953 Fällen ergab sich demnach, dass Fehler erlittene Gesundheitsschäden auch tatsächlich verursacht haben - im Jahr 2018 waren 2.799 solcher Bestätigungen verzeichnet worden.

Die meisten Fehlervorwürfe gab es weiterhin in Zusammenhang mit Operationen. «Daraus sind aber keine Rückschlüsse auf die Sicherheit in den jeweiligen Bereichen möglich», erläuterte Stefan Gronemeyer, stellvertretender Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes. Hier könnten Patienten mögliche Fehler aber leichter erkennen.

Die Zahl festgestellter Behandlungsfehler und die Verteilung auf medizinische Fachgebiete seien auch nicht repräsentativ für das Versorgungsgeschehen, hieß es weiter. Die tatsächliche Zahl liege höher. «Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs», sagte Gronemeyer.

Wenn Versicherte Fehler vermuten, können sie sich bei Gutachtern und Schlichtern der Ärzte und bei den Kassen melden, die dann Gutachten in Auftrag geben. Insgesamt gibt es jährlich 20 Millionen Behandlungen in Kliniken und eine Milliarde Arztkontakte in Praxen.

Hintergrund zur MDK-Behandlungsfehler-Begutachtung

Spezielle Gutachterteams des MDK prüfen Vorwürfe von Behandlungsfehlern im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen. Gutachter gehen dabei der Frage nach, ob die Behandlung nach dem anerkannten medizinischen Standard und in aller Sorgfalt abgelaufen ist. Liegt ein Behandlungsfehler vor, wird zudem geprüft, ob der Schaden, den der Versicherte erlitten hat, durch den Fehler verursacht worden ist. Nur dann sind Schadenersatzforderungen aussichtsreich.

Auf der Basis des MDK-Gutachtens können die Betroffenen entscheiden, welche weiteren Schritte sie unternehmen wollen. Versicherten entstehen durch die MDK-Begutachtung keine zusätzlichen Kosten.

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