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Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam Erster Bericht über Virusausbruch an Bergmann-Klinik

Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam kämpft derzeit nicht nur für die Gesundheit von Corona-Patienten, sondern seit März auch gegen einen Virusausbruch. Die Aufarbeitung hat erst begonnen.

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Nach dem Coronavirus-Ausbruch am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam  hat die Brandenburger Landesregierung einen ersten Bericht der bisherigen Klinikspitze über die Krise erhalten.

Der Zwischenbericht sei eingegangen und werde nun geprüft, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, am Samstag (25.04.2020) mit. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte beide bisherigen Geschäftsführer nach der Häufung von Infektions- und Todesfällen an dem Klinikum für ein halbes Jahr beurlaubt.

Seit Samstag hat das größte Potsdamer Krankenhaus, das rund eine halbe Million Menschen versorgen soll, eine neue Leitung. Seit Mitte März hatten sich dort Corona-Infektionen gehäuft. Experten des Robert Koch-Instituts kritisierten danach u.a., dass Umzüge ganzer Stationen die Virusübertragung begünstigt haben könnten. Bis Freitag starben 40 Corona-Patienten in der Klinik. Derzeit werden dort 41 infizierte Patienten versorgt.

Die bisherige Klinikleitung hatte zugesagt, bis zum vergangenen Freitag wie vom Land gefordert, einen Zwischenbericht vorzulegen. Der Oberbürgermeister sieht ihn als eine Grundlage, damit das Klinikum wieder Patienten aufnehmen kann. Seit 1. April gilt ein Aufnahmestopp - außer für Notfälle. Am Samstag übernahmen Hans-Ulrich Schmidt und Tim Steckel die Leitung. Die neue Spitze will mit der Beratung Kienbaum ein Konzept zur Wiederaufnahme des Betriebs vorlegen. Die Klinik soll in drei Bereiche aufgeteilt werden: in coronafreie Stationen (weiß), solche mit Verdachtsfällen (grau) und mit Infizierten (schwarz).

Staatsanwaltschaft ermittelt

Eine unabhängige Kommission unter Leitung von Brandenburgs Ex-Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) soll den Virusausbruch untersuchen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft, ob sich drei leitende Ärzte und die nun beurlaubten Geschäftsführer strafbar machten. Dabei geht es um Meldepflichten. Sie prüft auch eine Strafanzeige der Deutschen Stiftung Patientenschutz gegen die verantwortlichen Geschäftsführer und Ärzte u.a. wegen des Verdachts fahrlässiger Tötung.

Brandenburgklinik in Bernau Ein weiterer Corona-Schwerpunkt

im Land ist die Brandenburgklinik in Bernau. Dort waren dem Kreis Barnim zufolge 72 Patienten und 60 Mitarbeiter infiziert. Von den infizierten Patienten starben elf, die laut Kreis schwere Vorerkrankungen hatten. Der Vizechef des Gesundheitsausschusses im Landtag, Ronny Kretschmer (Linke), forderte im rbb Inforadio, den Ausbruch aufzuklären und einzudämmen. Er sagte außerdem, nahezu alle Kliniken im Land beklagten zu wenig oder nicht die qualitativ richtige Schutzausrüstung.

Flüchtlingsunterkunft in Hennigsdorf

In einer Flüchtlingsunterkunft in Hennigsdorf wurden nach Angaben des Kreises Oberhavel bisher 68 Corona-Infektionen bestätigt. Die Linke-Landtagsabgeordnete Andrea Johlige forderte mehr Platz für die Geflüchteten. Alleinreisende Geflüchtete müssten in Einzelzimmern untergebracht werden, Familien und Großfamilien brauchten mehr Räume.

Brandenburg insgesamt

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen stieg in Brandenburg auf 2.738 bestätigte Fälle (Stand 10.00 Uhr). Bisher starben 125 Patienten, das ist zum Vortag ein Anstieg um zwölf Tote, wie das Gesundheitsministerium berichtete. Schwerpunkt der Infizierten und der Todesfälle ist weiter Potsdam, gefolgt von den Kreisen Potsdam-Mittelmark und Barnim. Allein aus Potsdam kamen sieben Tote hinzu. Immer mehr Corona-Patienten gelten als genesen: Derzeit sind es rund 1.820 Menschen, 330 mehr als am Vortag.

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